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Jeschurun · 1883-02-15 · Heft 7 (15.2.1883) · p. 99

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Journal
Jeschurun
Volume
16 (1883)
Issue
Heft 7 (15.2.1883)
Article
Das jüdische Herz und das jüdische Pflichtgebot
Date
1883-02-15
Page
99 (sequence 3)
Language
German
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99 in der Einigkeit der Geschwister, in dem Armen 6m Tische, in dem Geist der גמילות הסד und צדקה, in dem בשרות der Küche und in dem צניעות des EinzellebenS, in den Worten, in den Handlungen und in der Geistcsbcschäftigung. — Da sicht der Ahn den Enkel seinen Tag mit denselben מצות beginnen und vollenden, dieselbe תורה lernen, dieselbe תורה erfüllen. Er sieht ihn bereit zu jeder Stunde des Tages und der Nacht zu den Werken der גמילות חסד של אמת -- Er war ja auch Mitglied der חברה קדישא. Er sieht ihn sich fortwährend bemühen für Arme, — das hat Er ja auch gcthan. Er sieht ihn kämpfen mit den Mühseligkeiten des Lebens und rein und stark und heiter bestehen alle die Prüfungen dieses Kampfes — diese Kämpfe hat Er ja auch bestanden. Und die Zeit der Erholung, die Feierstunden des Enkels sieht er mit dem ״Lernen" und mit der thätigen Hingebung und Sorge für die Institutionen der בודה ,תורה)' und גמילות הסד seiner Gemeinde ausgesüllt — diese Sorge hat ja auch ihn stets erfüllt und nächst den Seinen waren ja auch seine Mittel stets diesen höchsten jüdischen Anliegen gewidmet. — Und da sieht die Ahne die Enkelin. mit demselben צניעות geschmückt, von derselben Sorge für das בשרות der Küche und das בשרות der Herzen und Gcmnther ihrer Kinder erfüllt, von derselben Selbstlosigkeit und nimmer ruhenden Sorgsamkeit für die Behaglichkeit ihres Mannes und ihrer Kinder, dieselbe Sorge für das Sabbathlicht, die die Stätte des jüdischen Familienlebens die ganze Woche hindurch zw einem lichtig heiteren Heim macht und in der Brust der fernen Kinder nie die Sehnsucht nach diesem Heim erblassen läßt, und als Verwirklichung dieses SabbathlichtS dieselbe GcmüthcSruhe, dieselbe GemütheSreinhcit und dieselbe תורת הסד על לשונה, denselben Hauch der Liebe, der von ihr ausgehend das ganze HauS erfüllt und in dem Gottesfrieden, der über allen Räumen ruht, das Sabbathlicht nicht erlöschen läßt von Sabbathcingang zu Sabbatheingang. — Und beglückt kehren Ahn und Ahne heim zu den seligen Höhen. — WaS sie auf Erden geschaut, es hat ihre Seligkeit noch erhöht, und sie sprechen cS huldigend auö vor dem Throne des Weltenschöpfers: Du hast bewahrheitet was Du uns verheißen: הייס בלבם היום, wir leben nicht nur hier oben, wir haben uns auf Erden wiedcrgefundcn. — Und dieses Wunder der hieniedigcn Unsterblichkeit — nicht das ״jüdische Herz," das jüdische Pflichtgebot hat es vollbracht. M. H. MjttsshM. הדסים. Myrtheuzweige. Trauungs-Reden von Dr. Adolf E h r en t h ei l. Frankfurt a. M. Kaufmann. 1883. Diese 41 Reden werdet» vielleicht manchem jungen nngcübten Prediger nicht ganz unwillkommen sein, obgleich sie sich über das Niveau der gewöhnlichen TraunngSreden nicht erheben. Die Sprache ist durchweg klar, oft zu blühend und hin und wieder in der Wahl der Bilder nicht ganz glücklich. Es will uns auch bedünkcn, als ob die Stellung, welche der Rabbiner als מסדר קידושין entnimmt, durch Redewendungen tvic: ״Diese durch mein Wort dir nun anzutrauendc Jungfrau" und ähnliche, welche an den Bräutigam gerichtet sind, verrückt wird. Nicht das Wort des Rabbiners, sondern das Wort und die Handlung des Bräutigams vollziehen die Autrauung. —a— Der jüdische Lehrer, sein Wirken und Leben. Kulturbildcr aus der Gemeinde von Lion Wolfs, Prediger. Rostock. Karl Meyer. 1882. Preis 3 Mark. — Der durch Herausgabe früherer Schriften in der Lchrcrwelt bekannte Verfasser behandelt hier das ganze Leben und Wirken des jüdischen KultuSbcamtcn, dessen einzelne Phasen er in humoristischer Weise mit drastischen Episoden, meistens aus eigener Erfahrung geschöpft, belegt. Das Buch bietet dem ältcrn Lehrer Hauptsächlich Unterhaltung, giebt aber auch manche praktische Winke und Nathschläge, die cs dem Anfänger besonders empfehlenwerth machen dürften. Warum der Verfasser speziell die Zöglinge der Breslauer Schule als auSgezeichnete Kanzelrcdner hcrvorhcbt, ist uns nid)t verstündlich. Sollten ihm die rhetorischen Leistlingen vieler älterer orthodoxen Rabbiner, sowie die Kanzelbcredsamkeit der ans der Berliner Schule hervorgegangenen Rabbiner so ganz unbekannt sein?? Außerdem dürfte eine Preisermäßigung wohl am Platze sein. Eine solche würde dem Buche sicherlich einen erweiterten Leserkreis ztlführen, den wir demselben und dem Herrn Verfasser von Herzen wünschen. O.......M. Ozar Aglidoth, אוצר אגדות, des Talmud Babli und deS Talmud Jeruschalmi, Snntmclwerk der Agada von Gabriel Müller, NabbinatSasscssor (Dajan) in MattcrSdorf. Theil 1. und 2. (von הידות — א). Prcßburg. Selbstverlag des Verfassers. Gute, d. h. systelnatisch geordnete Sammelwerke von in den Talmudcn zerstreuten Agada-Aussprüchcn sind noch immer eine willkomntcne Gabe, die auch der Fachgelehrte gern zur Hand nimmt., und sie ungern in seiner Bibliothek vermißt. Wir besitzen agadische Sanunelwerkc aus neuester Zeit: I. Zijon Ledorcsch, ציון לדרש, von Frenke! und 2. Ialkut Eliescr, ילקוט אליעזר, von Sußmann; aber keines so zweckclltsprechend wie das vorliegende. Das Frcnkel'schc Zijon Lcdoresch ist und will nicht mehr sein, als ein Nachweise-Register, wo diese oder jene Agada aufzufinden sei; eö bringt nicht die Stellen selbst, daß uns das weitere Nachschlagen erspart wäre. Dagegen haben wir in bcm Müller'schen

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