Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 16 (1883)
- Issue
- Heft 6 (8.2.1883)
- Article
- Salomonische Spruchweisheit
- Date
- 1883-02-08
- Page
- 85 (sequence 3)
- Language
- German
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und sittlichen Ernten der Kenntniß und Bildung ist Faulheit und Trägheit eine Versündigung gegen den um seine gerechten Erwartungen getauschten Spender und Verleiher der Kräfte und Fähigkeiten, und schon in der Jugend unterscheidet sich der בן ששביל, der seinen Verstand pflichtgemäß gebrauchende Knabe, von dem בן בביש, von dem die gerechten Erwartungen täuschenden (— das ist buchstäblich הביש —) in Fleiß und Faulheit. Jener sammelt schon im Sommer, wird schon reich an Kenntniß und Bildung bevor noch die eigentliche Zeit zur Ernte begonnen, dieser verbringt selbst die eigentliche Zeit der geistigen Erme in tiefem Schlaf. In dem Spiegel, den unsere Spruche dem Faulen Vorhalten, tritt namentlich sein lächerlicher Ersindungs- Neichthum hervor, wenn cs gilt, sich durch Ausflüchte einer Thätigkcit zu entziehen, die von ihm verlangt wird, und dann die lächerlich:traurige Figur, in welcher ihn seine Trägheit erscheinen laßt. Er dreht sich noch im Bette, während schon die Thür des Fleißigen um ihre Angel gedreht wird, und er sitzt mit offenem Munde und kann sich nicht entschließen, den schon in der Schüssel gefaßten Bissen mit der Hand;um Munde zu führen. Trägheit ist. aber nicht nur ein so verhänguißvolles Hindernis; in der Erwerbs- und LcrnLhätigkeit, sie steht überall im Wege, wo es gilt, seine Pflicht zu thun und irgend eine Obliegenheit für sich oder Andere zu erfüllen. Ganz allgemein heißt cs daher- DeS Trägen Weg ist wie ein Dorngchcge, Der Braven Pfad ist gebahnt. (K.!5, 19.) Wie Essig den Zähnen und wie Rauch den Augen, So ist der Träge seinen Sendern. (K. 10, 26.) Wie ein gewöhnlicher Ausdruck für Trägheit רשיה ist, so stehen hier ישרים dem עצל gegenüber. Ist doch ישר Der, dessen Denken und Wollen ausschließlich und unentwegt auf das ihm von seiner Bestimmung und Psticht vorgeschriebene Ziel gerichtet ist. Das Bewußtsein der Pflicht läßt einen Solchen selbst wirklich vorhandene Schwierigkeiten leicht überwinden, dessen אורה, auch dessen Weg im nteuschengcsellschaftlichcu Verkehr ist immer gebahnt, sührt immer gerade auswärts, wie בלולה eigentlich heißt. Der Träge kommt aber nie vorwärts; sein Name עצל, (verwandt mit איל' und mit dem צ Laut) bezeichnet ja selbst eine imnter mit Schwierigkeiten kämpfende Fortbewegung; vor wirklichen Schwierigkeiten schreckt er zurück, und seine Trägheit findet auch da welche, wo keine sind. Sein דרך, auch wo er nur ein Ziel anstrebt, wobei er allcitt betheiligt ist, ist iinmcr wie ein Dorngehege. Hat aber der Träge eine Botschaft für Andere ansznführen, so bewährt er sich wie Essig für den Durstigen und wie Rauch für den, der sich Feuer cmgezündct hat, dabei zu sehen. Statt ihren Zweck zu erreichen erhält jener stumpfe Zähne und dieser schmerzende Augen. Statt der Ausführung seines Auftrags, schafft der Träge seinem Auftraggebcr nur Verdruß. (Fortsetzung folgt.) oder 100 ueucuthülltc, heutzutage noch geltende, den oder 100 ueucuthülltc, heutzutage noch geltende, den Verkehr der Juden mit den Ehriflcu betreffende Gesetze der Inden; mit einer die Entstehnng und Weitercnt- Wickelung der jüdischen Gesetze darstellenden höchst intercssanten Einleitung. Von Du. Justus, 8p6(.׳n1i oMex in lumina voritatis. Paderborn 1883. Druck und Verlag der Bonifaeius-Druckerei. (96 S.) Kritisch btlruchtct von Nobbiner 1)r (Hugcnhcinier in Kolin. (Fortsetzung.) Auf Gruud der oben crwälnttcn Talutudstelle Baba Kautina 113 a., 1). wird von Maimouidcs הל׳ וגניבה VIT., 8 gelehrt: ״Sowohl Derjenige, der mit einem Judeu, als Derjenige, der mit einem Götzendiener ein Geschäft macht, Übertritt, wenn er nicht vollständiges Maaß oder Gewicht giebt, das Verbot (3. B. M. 19, 35.): ,Thuet feilt Unrecht im Nechtvausspruch: im Längenmaaß, im Gewichte und int Umfaugsmaaß/ und ist verpflichtet, den etwa verursachten Schaden zurückzuerstatten. Ebenso ist es verboten, den Götzendiener in irgend einer Bercchuuug zu täuschen; man soll vielutehr genau mit ihm rechnen, denn es heißt 3. B.M. 25, 50: ,Er soll rechnen mit seinem Käufer/ selbst wenn er sich unter deinem Machtbereiche befindet, um wie viel mehr mit dem Götzendiener, der nicht in deinem Machtbereiche lebt; und auf jeden, der dem Götzendiener irgend ein Unrecht thut, bezieht sich das Thorawort: ,Denn ein Abscheu Gottes, deines Gottes, ist Jeder, der solche Dinge thut, Jeder, der Unrecht thut?" Im Talmud Ehullin 94 a wird gelehrt, daß auch dem Götzendiener gegenüber jeder ״Gesinttungsdiebstahl," jede Täuschung, jede Provokation eines unverdienten Dankes verboten ist; man darf z. V. einem Götzendiener solches Fleisch, das dent Juden religionsgesetzlich verboten ist, nicht als erlaubt verkaufen oder schenken, weil der Götzendiener, tvenu er glaubt, daß das, was er vom Juden erhalten, auch für diesen erlaubt sei, hierdurch sich dem Juden zu einem unverdienten Danke veranlaßt sehen würde. Auf Gruud dieser Talmudstelle wird von Maiutonidcü הלי שבירה XVIII 1, 3 und im Schulchatt aruch Ehoscheu Mischpat 226,6 gelehrt: ״Es ist verboten, die Menschen int geschäftlichen Verkehre zu betrügen oder irgendwie zu täuschen; und dieses Verbot hat man dem Götzendiener ebenso wie dem Juden gegenüber zu beobachten. Wenn man weiß, daß