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Jeschurun · 1883-02-01 · Heft 5 (1.2.1883) · p. 67

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
16 (1883)
Issue
Heft 5 (1.2.1883)
Article
Das ganze Gesetz
Date
1883-02-01
Page
67 (sequence 3)
Language
German
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67 beherrschung erstarkte Menschen zur ganzen und vollen Erfüllung der Pflichten gegen den Nebcnmcnschcn bcsähigt sind, vergißt, daß nicht umsonst neben לא תר^יח in gleicher Göttlichkeit auch לא תנאף steht! Daß eS aber überhaupt für alle derartigen Scheidüngen, unter welchen! Gesichtspunkte auch immer sic versucht werden, keinen Nanin giebt in! Judenthnm, das tritt vielleicht nirgends in so eindringlicher Anschaulichkeit und Schärfe hervor, wie in unserer Sidra. Da stehen mitten unter den משפטים, unter den Gesetzen über unsere Berantwortlichkeit für jeden durch unser Eigenthun! ungerichteten Schaden, über den Umfang frei- .willig übernommener Pflichten gegen das Gilt unseres Nächsten, (Kap. 22, 1—15) Gesetze über die Sittlichkeit (V. 5—18), Abgötterei (V. 19), Kränkung des Fremdlings, der Wittwe und Waise (V. SO —23), und unmittelbar vor den Gesetzen über die Pflichten des Richters, der Warnung vor Bestechung, vor Rache an dem Feinde, der Pflicht der Menschlichkeit auch gegen Thierc, steht der Satz: ״Männer heiliger Bestimmung sollt ihr mir sein ופשר בשדה ט.-בה לא תאכלו! Und die ganze große L^llLVO-Gesetzgebung gipfelt i\n den ־שפיעת, Sabbath-, Regalim und — פשר פחלפ-Gesetzen!! Da haben wir Gesetze, die nur unsere Beziehungen zu Gott, solche, die unsere Beziehungen zu unfern'Mit- Menschen und endlich solche, die unsere Sittigung und Ertüchtigung zur Erfüllung aller dieser Gesetze zum Ziele haben, uninittclbar nebeneinander in gleicher Entschiedenheit von Gott, den! Gesetzgeber, uns ausgesprochen. Zu einen! höchst überraschenden Ergebnisse gelangt man, wenn man gerade unter diesen Gesichtspunkten, unter denen inan so vermessen war und ist, eine Klassisizirung der GottcSgesetzc nach ihrer größeren oder geringeren Wichtigkeit vornehmen zu wollen, die drei Institutionen ins Auge faßt, die Gott uns stiftete, schon bevor er uns als Volk konstitnirte, die also die drei Grundpfeiler bilden, die das JakobShanS trugen, in welchen! die JakobSfamilic zum Israel-Volke heranrcifcn sollte. Diese' drei Institutionen sind: מילת,שפת und גיד תנשת Durch den S abbath sind unsere Beziehungen zu Gott, durch Mila unser leiblich-siunlichcS geschlechtliches Leben und durch das ניד המשה - Gesetz unser mit den Nebenmcnschcn um die Existenz ringender Kampf Gott untergeordnet und namentlich hinsichtlich des letzteren uns gesagt, daß wir diesen nicht durch unsere Macht, sondern rein nur durch ein solches Streben bestehen können, das uns des Beistandes Gottes und des Namens Israel würdig macht. Damit sind in den Grundstein des ewigen welthistorischen Baues, den Gott in seinen! Volke zun! Segen der Menschheit errichten wollte, die ewigen Grundlagen der Wahrheit nicdergclcgt, daß unser ganzes Leben in alten seinen Beziehungen auSnahinloS für die Weihe durch göttliche Bestimmung in Anspruch genommen ist. Daher lautet auch der Fahneneid, den wir am Sinai geschworen, nachdem uns Mosche daö Buch des göttlichen Gesetzes vorgelesen, nn! eS uns zu einem ״Buche deS Bundes״ für uns und unsere Nachkonuncn werden zu lassen: ,כל אשר דבר ד׳ נעשה ונשמע ״Alles, was Gott gesprochen, wollen wir anSfnhrcn rmd eS stets in uns aufnchmen!" (2. B. M. 24, 7.) Es gilt uns gleich, was Gott gesprochen, cö genügt, daß es Gott gesprochen, und weil es Gott gesprochen hat, darum בולם נתנו מרועה אחד, sind Alles Gebote unseres Einen Lebenshirtcn und cs wiegt Ein Gebot und Ein Gesetz so schwer, wie das Andere in seiner Vedcntllng für unser und unserer Kinder Wohl. Erst nach einen! solchen Gelöbnisse an den Gesannntinhalt der göttlichen Gesetze schloß Gott den Bund mit uns, denn erst da sprach Mosche: הנה דם הפרית. Seht da das Blut des Bundes, den Gott mit euch über alle diese Worte geschlossen hat! (Das. 24, 8.) So bleiben wir denn diesem Fahneneide treu! Diese Treue sei unser höchster, unser einziger Ruhm, unseres Lebens Inhalt, unseres Lebens Ziel! M. H. Bon 3am(ou Raphael Hirsch. (Fortsetzung.) IV. JyJeifjf und Trägheit. Eine dritte Mahnung an den Fleißigen lautet: Hüte dich vor Hirngespinnsten, vor ריקים, vor leeren Projekten! Landbatt, den Acker bestellen, לעבדה ולשמרה, war die erste Bestimmung des Menschen, ״seinen Acker bestellen'" das bleibe dir Muster für deine NahrungSthütigkeit. ES ist keine Einbildung, keine unberechtigte Erwartung, wenn der Landlnann seine Kraft zur Bestellung seines AckerS aufwendet und den! sorgfältig gepflügten Boden seine Saat anvertrant. Er darf hoffen, daß unter Gottes Beistand durch Sonnenschein und Regen sein Feld ihm durch Brodgewährung seine Mühe und Arbeit lohnen werde. Auf so vernünftigcm Grunde ruhe der Fleiß jeder deiner Erwerbsthätigkeit: Hüte dich aber vor ריקים, vor leeren Projekten und Hirngespinnstcn, die Ernten versprechen,! für welche jede vernünftige Voraussetzung fehlt, מרדף ריקים חפר לב!, ein Projcktenjäger hat den Verstand verloren.! *

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