Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 16 (1883)
- Issue
- Heft 5 (1.2.1883)
- Article
- Das ganze Gesetz
- Date
- 1883-02-01
- Page
- 65 (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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XVI. Jahrgang. ifinilliotocr den a4• Tlhclvat 5643. -y ‘ l. F-cbrnar 1883. M 5. V /V,A<fV vv׳ Ü[otl|0u$t|rin W Förderung jüdischen Geistes und jüdischen Lebens in Haus, Gemeinde und Schule. Aegrünüä von ©flUtfois 91'flpijnd Hlksch, iiaß&inri• 11. ^sracfililHirn Jirfinionspfffffifiaf} zu;ftnuüfiirl a. JL Neue Folge. Erster Jahrgang. HerauSgcgebcn unter Mitwirkung des Begründers nnd bewährter Genossen von Isaac KirsH. Diese Wochenschrift erscheint jeden Donnerstag mindestens 2 Bogen stark. — AbonnementSprciS bei allen Postanstalten nnd Buchhandlungen 2-lll -'>0 .^Z für das Bicrlcljahr. Der Buchhandel verkehrt durch die Helwing'sche Bcrlagsbnchhand. lnng zu Hannover. — Die Expedition versendet auch direct nnd franko unter Streifband den Jahrgang für * 12 ober 7 Gulden österr. Währ, nach Deutschland nnd Oesterreich׳ für U Jfi oder 18 Fr. nach den Ländern des' Weltpostvereins. — Anzeigen werden mit 25 fd. :!gespaltene Pclitzeile oder deren Raum berechnet. — Gxpcdition: Hannover, Theodorstr. 5. Wir bitten um beschlenttiqte Ausgabe des Abonnements, um mit der Lieferung der crstcu Nummern nicht im Rnckstaildc bleiben zu müssen. Die K.r-pediiion des ״Jeschurun.^ D!!g g a n 1 e Gksktz. Nichts ist von je so verderblich gewesen für unsere Treue gegen die Thora, wie die Vorstellung, man könne eine Auswahl treffen unter ihren Geboten, ihre sechShundertunddreizehn Gesetze unterschieden sich von einander in ihrer Wichtigkeit und Bedeutung, es gebe in ihr Haupt- und Nebensachen, Gesetze, die unter allen Umständen von Jedem, der nicht ganz mit dem Indenthum brechen wolle, beachtet werden mußten, und solche, auf die der göttliche Gesetzgeber selbst nicht so hohen Werth gelegt habe, über die man sich deshalb, je nachdem Zeit und Umstände eS erheischen, ohne viel Skrupel hinweg setzen dürfe, ohne befürchten zu müssen sich damit in entschiedenen Gegensatz zn dem Gesetzgeber zu bringen oder gar einen Trcubruch gegen ihn zn begehen. ES gicbt sicher keinen Jrrthum, der Verhängnis;- voller gewesen wäre, keinen, dessen Folgen sich also mit Blut und Thräncu eingezcichnet hatten in die Blätter unserer Geschichte. Denn im Leben des Einzelnen wie der Nation gicbt cS keine Verirrung und keinen' Abfall, hinsichtlich deren man sich nicht zuerst durch die beschönigende Vorstellung von der geringeren Wichtigfeit desjenigen Gesetzes beruhigt hätte, welches man gerade übertreten wollte.. Man ließ nnd läßt die Wahrheit außer Augen, daß nur תורת ד׳ תמימה משיבת נפש, daß die Thora nur dann verheißen hat, sich uns als die Geist und Gemüth erquickende und das innere und äußere Leben beglückende zn bewähren, wenn wir sie in ihrer Ganzheit aus Gotteö Händen hinnehmen und verwirklichen. Indem man diese, allerdings häufig unbequeme, Wahrheit außer Augen ließ, glaubte und glaubt man vielfach, sich mit Bruchstücken des göttlichen j Gesetzes abfinden und je nach beliebigen Ansichten und Rücksichten eine Auswahl treffen zu können. Man hat nicht bedacht, daß wohl nicht ohne ernsten nnd tiefen Grund an der Spitze der göttlichen Gesetze und als Einleitung der Satz steht: וידבר אלקים את בל הדברים ״ האלה |Gott sprach alle diese Worte!" j Wie zerfließen vor der einfachen Erhabenheit dieses | Satzes in Nichts alle Versuche, nun dennoch Unter-! schiede zu machen unter ״diesen Worten!" j Da lehren die Einen: Erhebung des Geistes und! des Gemüthes ist die Hauptsache. Wenn nur der! Geist von Gottcsgcdanken und das Gemüth von Ne-