Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 16 (1883)
- Issue
- Heft 4 (25.1.1883)
- Article
- Die jüdische Perle
- Date
- 1883-01-25
- Page
- 52 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 93% known words query
- IRI
…/2932754-2932996-2933001-2951686--11754-2951742- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
zufrieden, die gefälschte macht ihn arm, denn sie zeigt ihn! die unendliche Summe noch zu erstrebender Güter als unerläßliche Bedingung seines Glückes. Die ächte Sabbathfeier bringt ihm die GotteSnähe, die gefälschte erhält ihn in der GotteSserne. Die ächte Sabbathfeier beseelt ihn mit Muth und Kraft, die gefälschte macht ihn kleinmüthig und verzagt. Denn jene stellt sein und seines Hauses Glück auf den unerschütterlichen Fels der GottcSguade, diese befestigt in ihm nur das drückende Bewußtsein seiner Abhängigkeit von all den tausend Zufälligkeiten, die keines Menschen Macht je meistern kann. Während so die ächte Sabbathfeier ihn in immer reicherem Maße der segnenden Wirkungen dieser jüdischen Perle innc werden läßt, läßt die gefälschte Sabbathfeier ihn diese Perle in den Schmutz der Alltäglichkeit niedertreten. Halten wir sie deshalb hoch und heilig, die ächte Perle, bewahren wir sie sorgsam vor Fälschung, und erziehen wir unsere Kinder zu ihren treuen Hütern! Wir machen sie damit eines Schatzes thcilhaftig, der sie als die wahrhaft Weisen und die wahrhast Freien in allen Lebenslagen auch die wahrhaft Glücklichen sein läßt. M. H. Salomouifdjc AMlhmisheit. Bon eamfßii Naphael Hirsch. (Fortsetzung.) III. Fleiß und Trägheit. Fleiß. ES trübt sein Haus der Gewinnsüchtige, Wer aber selbst dem Geschenkten feind ist, gelangt zum Leben. (K. 15, 27.) Vermögen, aus Nichts entstanden, schwindet, Nur wer mit der Hand sammelt, mehrt. (K. 13, 11.) *־ Mühe dich nicht ab, Reichthum zu sammeln, Von deiner Einsicht lasse ab. Willst du einmal über ihn deiner Augen Lider fallen lassen, ist er nicht mehr. Denn Flügel macht er sich gar oft Wie Adler und Vogel des Himmels. (K. 23,4. 5.) Ueberlegung des Fleißigen ist immer zum Vortheil, Und jede Ucbercilung nur zum Schaden. (K. 21,5.) Ein Mann der Gewissenhaftigkeit ist reich an Segen. Wer Reiehthümer zu sammeln eilt, bleibt nicht rein. (K. 28, 20.) Wer seinen Acker bestellt, wird sich an Brod sättigen. Wer aber Hirngespinustcn nachjagt, hat den Verstand verloren. (K. 12, I I.) Wer seinen Acker bestellt, wird sich an Brod sättigen. Wer aber Hirngcspinnsten nachjagt, bekommt Armuth zur Sättigung. (K. 28,19.) G Auch des Vcrmögcnloscn Acker gicbt reichlich Nahrung. Mancher geht freilich zu Grunde aus OrdnungS- und Rechtlosigkeit. (K. 13, 23.) DcS Arbeiters Person arbeitet für sich, Denn sein Mund hat ihm die Auslage gemacht. (K. 16, 26.) Besser gering geachtet und sein eigener Knecht, Als sich hoch halten und VrodeS darben. (K. 12, 9.) Gründe draußen dein Werk Und bereit' eS dir für deine Zukunft auf bern Felde, Dann baue dir das Haus. (K. 24, 27.) Kümmere dich selbst um das Aussehen deiner Schaafe, Richte deine Aufmerksamkeit auf Hcerden, Denn gesannnclte Schätze dauern nicht ewig, Nicht Fürstlichkeit für Gcschleasi und Geschlecht. Ist das Gras heraus, das Kraut sichtbar worden, Eingesammclt der Berge Gewächs, So hast du Schaafe für deine Kleidung Und um ein Feld zu kaufen Böcke, Hast Ziegenmilch genug für deine und deines Hauses Nahrung Und Unterhalt für deute Mägde. (K. 27, 23—27.) Einen großen Werth legt unsere SpruchweiShcit auf eine durch redlichen Fleiß zu erwerbende selbstständige Existenz. בוצע בצע, der nur den Gewinnst im Auge hat, ohne Erwägung des rechtlichen KarakterS desselben, bringt damit nicht Freude in sein Haus, früh oder spät kehrt mit solchem Verdienst die Trauer ein in das Haus. Aber auch מתנות, — so gewiß, wenn wir redlich das Unsrige Lhun und doch ihrer nicht entbehren können, die uns von dem reinen Pflichtgefühlt mit brüderlicher Liebe zugcwandtcn Gaben den Geber ehren und den Empfänger nicht erniedrigen — sollen uns nicht befriedigen, שונא מתנות יהיה meint unsere SpruchweiShcit, wer selbst Geschenktem feind ist, wer sich nicht beruhigt fühlt, bis er in redlicher Weise Wege und Mittel gefunden, durch redlichen Fleiß selbstständig sein Brod zu finden, der .יהיו״ , der׳ erreicht endlich wirkliche, ohne Sclbstständigkcin immer Mangel׳- Haft bleibende Lebensstellung. Wie cs später heißt: DaS vout Menschen zu erringende Vermögen soll zwei Merkmale haben: חרוץ ,יקר, cs soll von sittlicher