Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 16 (1883)
- Issue
- Heft 4 (25.1.1883)
- Article
- Die jüdische Perle
- Date
- 1883-01-25
- Page
- 49 (sequence 1)
- Language
- German
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XVI. Jahrgang. tfifltutnfrr heu 5643• <rwKn01cr, ucn 25 gttl1nar 1883״ lijütlpimijrift ermlg jüdischen Geistes und jüdischen Lebens in Haus, Gemeinde und Schule. ^ezrmlüet von Sllinson 9tf£p{jfl.cl Hllsch, iiatKiiirc 11. 3sracftfif(H0it fiffüjionggefcfffifmfl zu frnnPifiid a. il. Neue Folge. - Erster Jahrgang. Heraus gegeben unter Mitwirkung des Begründers und bewährter Genossen von AslUic Kirsch. Diese Wochenschrift erscheint jeden Donnerstag mindestens 2 Bogen stark. — ÄbonlU'lncntsprcis bei allen Bostanstalten und Buchhandlungen 2 J6. f>0 für das Vierteljahr. Der Buchhandel verkehrt durch die Hclwing'sche Berlagsbuchhandlung zu Hannover. — Die Expedition versendet auch direct und franko unter Streifband den Jahrgang für \2 Ji oder 7 Gulden österr. Währ, nach Deutschland und Oesterreichfür 14^5 oder 18 Fr. nach den Ländern deS Weltpostvereins. — Anzeigen werden mit 25f. d. :;gespaltene Petitzeile oder deren Raum berechnet. — Expedition: Hannover. Theodorstr. 5. Wir bitten um beschleunigte Aufgabe des Abonnements, um mit der Lieferung der ersten Nnmmern nicht im Niickstande bleiben zu müssen. Die Expedition des ״Zeschunm.^ Die MW Perle. Wir leben in einer Zeit der Fälschung. Gefälscht werden Nahrnngsnüttel und Bekleidnugssiosfe, interne Schmucksacheu und uralte Antiquitäten. Ueberall entspricht die Wirklichkeit nicht dem Scheine, und Jmitatiolt und Surrogat treten an die Stelle der Aechtheit. Eine solche Fälschung ist auch an dem großen ererbten Familieuschatze unseres Volkes, dem jüdischen Nationalschatze. begangen worden. Mit diesem Schabe hat es aber seine befoubere Bewandrniß. Wie alle großen jüdischen Natioualinstiturionen nichts mit den gleichnamigen bei den anderen Völkern gemein haben, wie der jüdische König und der jüdische Priester Himmelweit von Dem verschieden sind, was in anderen Staaten König und Priester bedeuten, so ist auch der jüdische Nationalschatz keiner jener Schätze, die in bombenfesten Kasematten anfbewahrt werden und eine andere Bestimmung haben, als Millionen darbender Volksgenossen unmittelbar -zu Gute zu kommen. An dem jüdischen Na-! tionalschatze partipizirt eben unmittelbar ein Jeder. Jedem jüdischen Sohne und jeder jüdischen Tochter hat der Vater der Menschheit eine Perle von unschützbarem Wcrthe als Angebinde in. die Wiege gelegt. Diese Perle besitzt eine Wnnderkraft: einen Jeden, der sie nach des (Gebers Vorschrift hütet und hegt und sorgsam bewahrt, den macht sie frei und stark und glücklich und reich. Diese unseren Nationalschatz bildende Wnnderperle ist, nachdem Worte der Weisen, der jüdische Sabbath. Die Hut, die der Perle beglückende Wnnderkraft zu Tage treten läßt, ist die jüdische Sabbathfeier. ״Eine kostbare Perle will ich meinem Volke geben," sprach Gott zu Moscheh, ״bereite sie darauf vor, lehre sie ihren Werth." Und diese kostbare Perle hat man gefälscht und unser Volk damit um sein thenerstes Gut gebracht! Den ächten Sabbath hat man beseitigt, und Fabrikanten von faus.se bijouterie waren rasch zur Hand, ihn durch eine Imitation, einen Sabbath mit geöffnetem Geschäfte und andauernder Werkthütigkeit, zu ersetzen, und bis auf den heutigen Tag wird in weitem Kreise von den Priestern der Reform dieser imitirte Sabbath für den ächten jüdischen salbungsvoll ansgegeben. Und doch genügt ein Blick in die erste Einsetzungsurkunde des Sabbath, um auch den Unkundigsten die Täuschung erkennen und die moderne Sabbathfarce von dem alten, hehren, heiligen Sabbathkleinod unterscheiden zu lassen,