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Jeschurun · 1883-01-11 · Heft 2 (11.1.1883) · p. 17

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
16 (1883)
Issue
Heft 2 (11.1.1883)
Article
Egyptische Lasten
Date
1883-01-11
Page
17 (sequence 1)
Language
German
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XVI. Jahrgang. töaiMüber bei! 3cT)eh)rtt 5643. ^,umhwu, uul 11. Januar 1883. .« 3. Ar fy /\6^<V AA v A *®[axlpu$r|rifl tu Haus, Gemeinde und Schule. Ocgrlliläet von Samson Raphael Hirsch. Älisikiintt- X I8raks>i>!'li'nn <6Xigio>1Msc!Umsi zn Fmnüsnct ll. Ä. Neue Folge. - Erster Jahrgang. HcrauSgcgcbcn unter Mitwirkung des Begründers und bewöhrtcr Genosse» von Ssaac Kirsch. Diese Wochenschrift erscheint jeden Donnerstag mindestens 2 Vogen stark. — AbonnementspreiS bei allen Postanst alten und Buchhandlungen 2 <.4 50 für das Vierteljahr. Der Buchhandel verkehrt durch die Hclwing'sche Bcrlagsbuchhandlnng zu Hannover. — Die Expedition versendet auch direct und franko unter Streifband den Jahrgang für 12^4 oder 7 Gulden österr. Währ, nach Deutschland und Oesterreich׳, für 1-1 J6. oder 18 Fr. nach den Ländern des Weltpostvereins. — Anzeigen werden mit 25 F f. d. :;gespaltene Petitzeile oder deren Nauin berechnet. — Expediti on: Hannover, Theodorstr. 5. Wir bitten um beschleuurgte Aufgabe des Abounemeuts, um mit der Vicfcrmig der ersten Nummern nicht im Nuckstaude bleiben zn müssen. Die ß-Lpedition des ״I'eschurun.^ EgljßMe - laßen. Das große Wort von dem Wurzelgcschickc und der- Wurzelbedeutllng unseres Seins und Lebens in: Galuth hatte die mächtige, uns durch die Jahrtausende leitende, Gottcsstimme in den Tagen der verflossenen Woche in jedem jüdischen Geiste zu erneuter Erkemttniß und in jeder jüdischen Brust zu crncuicr Beherzigung wach rufen wollen. Wir hatten verslicht, in dem dichte dieser Wahrheit uns und unsere Aufgabe in der Gegenwart zu begreifen, um mit frischer Kraft und freudigem Muthc durch alle Kümpfe und Stürme einer so mannigfach getrübten Gegenwart dem lichten Ziele einer glücklich heiteren Zukunft entgcgenzuharrcn, cutgegenzustreben. Doch täuschen wir uns nicht. Wie vcrhättnißmüßig klein ist die Zahl Derer, die dieses Wort voll und ganz in sich austiehmcu und wie groß ist leider die Zahl Derer, die im Hinblick auf die scheinbar vcrgcbcne Arbeit einer so großen Vergangenheit, im Hinblick nuf die immer wieder hervortretende Verkennnng unb Anfeindung, und vor Altem unter der Wucht der Sorge über den immer schwieriger sich gestaltende)! Weg des Nahrungsstrebens nicht den Muth und nicht die Frische haben, diesem Worte Eingang bei sich zu gewähren. Wohl dringt es an ihr äußeres Ohr, das von aller Lebenskümmerniß und Mühsal frcimachendc Wort, allein cS gilt von ihnen, was einst von den Vätern der Erlöstlngsbotschast gegenüber gesprochen ward: In ihren Geist drang kein Strahl von diestm Worte, kein Thauestropfen in ihr Herz ״wegen der Gcistcskürze und der schweren Dienstarbeit." Verweilen wir einen Augenblick bei diesem Worte. Es enthält nur zu sehr die Signatur des Geistes- und Gemüthszustandcs eines so ansehnlichen Theiles unserer Brüder, sobald die jüdische Aufgabe und das jüdische Geschick in Betracht kommt. Sicher lasten, wer möchte das leugnen, auch auf uns noch ״Lasten Egyptens", der ״Kampf ums Dasein" jocht auch uns in den Frohndienst tausendfältiger wirklicher und ehigcbilbctcr Bedürfnisse, und die eherne Nothweudigleit unablässigen Vorwürtsftrcbcns schwingt auch über uns die unerbittliche Geißel, die die keuchende Brust nicht zum Aufathmen und den stets aus.Befriedignng des unmittelbar nächsten Bedürfnisses gerichteten Geist nicht znm freien Ausblick kommen läßt.

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