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Jeschurun · 1883-01-04 · Heft 1 (4.1.1883) · p. 4

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Journal
Jeschurun
Volume
16 (1883)
Issue
Heft 1 (4.1.1883)
Article
Israels Geschick und Aufgabe
Date
1883-01-04
Page
4 (sequence 3)
Language
German
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4 Licht und Duft den Menschen einst erfreuen und weist I;un'irt, was seiner inifidUbarcu Lichtseelc l)cntmcub | widerstrebt, Folgte es der Stimme, die zu ihm spricht: j Was sammelst du, das dir doch nutzlos? — auch! dieser Augenblick vernichtete der Zukunstsbküthe Hoffnung. . Wenn es aber in sich ausgenommen und sich au- ׳ geeignet hat Alles, was cs in sich ausnehmen und sich! aueignen sollte, daun wartet es ruhig, bis der Gottesruf . des Frühkingssonnenstrahls ihm kündet, dag nunmehr die Zeit des Hinaussprossens gekommen, די־צי־ין ופרה , und es tritt hinaus und cnlfnUct sich und freut sich! des Lichtes und gedeihet und blühet empor; und im Anblick der Blüthenpracht und der Fruchtschöne vcrstummt beschämt jene Frage nach dem Zwecke all des Lichlstoffes in dem dunkeln Wurzellebcu. Das ist der Wurzel Geschick, dies der. Wurzel Bestimmung. Ein solches Geschick und eine solche Aufgabe, mahnt uns das Prophcteuwort, sei Jakobs, das ist ja des Galuth Israel, Geschick und Aufgabe. Was unser Geschick betrisst, so spricht dieses Wort zu uns: Werde! nicht muthlos, auch wenn es dem Haß . und dem Neide gelänge, euch den Genuß von Licht und Lust zu verkümmern, euch von den Bahnen auszuschließen, die zu Ehre und Ansehen und Macht, zu denjenigen Faktoren führen, die das Lebenselement so vieler anderer völkergcschichtlicher Menschenfamilien bilden. So ihr euch nur vor Gott sagen könnet: durch unser Verhalten zu unseren Meuschenbrüdern haben wir die! Feindschaft nicht verschuldet und zur Necbtsversagung; Anlaß nicht gegeben, so dürft ihr der Ueberzeuguug; י' leben, die Bedrohung und Rechtsbeugung, die nicht euch,! die eure Feinde entehren, sie bilden einen Theil eures; ״Wnrzel"-Geschickes. Ihr hattet geglaubt, schon durchtränkt zn sein' mit den eigensten Elementen eures Lebens und erstarkt zu sein, u!n hinaustreten zu können aus dein isolirenden Dunkel in das Licht und die Luft deS BölkerverkehreS. Ihr habt euch geirrt. Drum harret muthig aus; holet nach, was ihr versäumtet und schöpfet und trinket aus dem nimmer versiegenden Borne eures ureigensten Lebens — er war euch zum Heile, er wird euch zum Heile! Damit ist aber auch zugleich unsere Aufgabe gezeichnet. Denn ein jedes Galuth-Gcschick weist uns auf uns selbst zurück, stellt ait uns die Forderung, diejenigen Güter zu pflegen, die kein Neid uns rauben, deren Blüthe ..keine Feindschaft, keine Rechtsversagung hemmen kann, in denen unser eigentliches wahres Wesen beruht. Jedoch auch in diesem Wnrzelstadiunt unserer Entwickelung schließen wir uns nicht ab. Nur waS unserem Wesen entgegengesetzt ist, was uns in der Erfüllung unserer Bestimmung hemmen würde, nur das halten wir, sollen wir freilich fern halten. Wir nehmen jedoch Alles in uns auf, was uns homogen ist, uns in der Erreichung unserer Vcstiuunung fördert, was unseren Geist tüchtiger macht zur Erkenntnis; der Wirklichkeit, was die Summe unserer Kräfte und Mittel mehrt zur Verwirklichlmg der Werke des Rechtes und der Liebe, nehuien freudig in uns auf die Errungenschaften aller Erkenntnisse aus dem Gebiete des Wahren und Schönen, um sie in den Dienst des Guten zu stellen, dessen Herold zu sein mtserc Sendung ist. ° Was aber dieses Höchste, dieses absolut ״Gute" sei, das ist uns in unserer Thora, dieser Kodisizirnng der Prinzipien deS Rechtes und der Liebe und der Gesittung, übergeben, deren lebendige׳ Bewahrer und , Hüter zu sein wir berufen sind. Deshalb ist j eS unsere erste und heiligste Aufgabe, unS mit ihr zn | durchdringen, sie zu lernen; denn nur ans ihr gewinnen j wir die Nahrung für unser eigentliches Selbst, schöpfen! wir den Lichtstoss, der einst in Blüthe und Frucht! zum Segen der Menschheit sich entfaltet. Wohl ent- ' hält diese Thora eine ganze reiche Fülle von Gesetzen und Wahrheiten, die in der Gegenwart, während unseres ״Wurzel"-Lebens im Galuth, keine Verwirklichung finden können. Wollen wir jedoch, wie wir eS sollen, uns und unsere Kinder für jene Zukunft gewinnen, der wir entgegengehcn, so müssen wir das ganze Iudenthum in uns und unseren Kindern geistig aufbauenG) Dann, wenn wir in unS ausgenommen und an uns vollbracht haben, was wir in unS aufnehmcn und vollbringen sollen; daun, wenn das הבאים ישרש יעקב das Wort von unserem ״Wurzel"-Geschick und unserer ״Wurzel"-Aufgabe sich vollendet hat; daun harren auch wir ruhig und vertrauend dem Tage entgegen, an welchem auch die Verheißung יציץ ויפרה ישראל sich erfüllet, wo der Gottesruf des Frührothstrahles am Morgen- Himmel der Menschheit auch uns die Heitesbotschast bringt, daß numnehr für die ״Jakob-Wurzel" der Tag gekommen, als in Blürhenherrlichkeit sich erhebender Stamm jene Früchte zu vollenden, die der Menschen- Welt den laug und heiß ersehnten Segen endlich spenden. .ומלאו פני הכל המכה M. H. *) הציב' לך ציונימ (Jalkut.) AMmMe ZMllj!veishtit. I. Ne ich und 2lrm. Reicher und Armer begegnen sich, Ihrer Aller Schöpfer ist Gott. (K. 22,2.) Begegnen sich Zwei, so geht Jeder von ihnen dahin, wo der Andere herkounnt. Der Reiche steigt hinab,

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