Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 14 (1867-1868)
- Issue
- Heft 10-12 (Juli 1868)
- Article
- Pädagogische Silhouetten
- Date
- 1868-07-01
- Page
- 374 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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374 Pädagogische Silhouetten. nie enden will. An die Wiege pflanzt sich des Lebens höchste He!- terkeit, aber nicht minder höchster Ernst. Denn wo die Lösung gelingen, wo das elterliche Glück in Wahrheit ein Glück, der Segen wahrhaft Segen werden soll, da bestimmt von dem Augenblicke an, in welchem zuerst die elterliche Wonne den Säugling begrüßt, der Geist der Erziehung das Leben der Eltern, da ist es der Ernst des Erziehungszweckes, der ihr Denken beherrschen, ihr Wort reifen und ihre That prägen will. Es soll ja dieser Geist der stete G.rundtoiffdes Verhaltens der Eltern gegenüber dem Heranwachsenden Kinde sein, — nur bewußtvoll und mit Energie, und darum je frühzeitiger um so erfolgreicher, angestrebt, wird er gewonnen. Und andrerseits, wer kennt den Chronometer der geistigen Entwicklung, daß er den Augenblick zu bestimmen vermöchte, in welchem es zuerst beginnt Tag zu werden in dem Bewußtsein des Kindes »nd das geistige Auge empfänglich wird für den Strahl der Außenwelt! Lange schon vorher, ehe es sich dem elterlichen Blicke offenbart, hat vielleicht Geist und Herz des Kindes seinen eisten Bund schon geschlossen jinit der Außenwelt, lauscht schon dem Eindrücke auch der es umgebenden geistigen Welt. Da schon, Mit dem eben sich erschließenden Selbstbewußtsein wird der Grund gelegt für alle künftige geistige Entwicklung; es erwacht immer Mehr, wird immer reger, jeder Eindruck von Außen gibt ihm neue Nahrung und neue Bildung. Da auch schon wird der Grund gelegt der künftigen Erziehung. Er wird bewußtvoll und denkend gelegt, jeder schädliche Einfluß fern gehalten —: das Fundament ist gut und die Aufführung und der Ausbau des Gebäudes hat nur das Gesetz des Vorwurfs treu innezuhalten. Oder der Zufall wirst sich zum Baumeister auf —: der berufene Baumeister findet dann freilich ein Fundament schon vor, aber in schwer zu lösendem Gegensätze steht es zu dem Plane in seiner Hand. Das Werk beginnt mit einer — Correktur. Das Alles ist keine neue Wahrheit. Sicher nicht. In edlerer Sprache hat sie schon ihren Ausdruck, in größerer Tlefe und Schärfe des Gedankens ihre Begründung gefunden. Ja auch im Volksbewlkßtscin lebt sie. Was ein Haken werden will, meint das Spruchwort, krümmt sich be Zeiten. Aber man schaue doch nur einmal hinein in die Wohnstätten, man lade sich einmal, zu Gaste am Fa- .H