Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 14 (1867-1868)
- Issue
- Heft 10-12 (Juli 1868)
- Article
- Der Schomre-Hadath-Verein in Ungarn
- Date
- 1868-07-01
- Page
- 360 (sequence 8)
- Language
- German
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860 Aer lschomre-Hadaih-Verein in stngüM. ans dem Kreise berechtigter Existenzen ganz und gar verdrängen. ■— Wenn wir daher einen Verein von Gesetzestreuen zusammentreten sehen, mit der ausgesprochenen Absicht, in erster Reihe einzutreten ״für die Wahrung und Anfrechterhaltung der schriftlichen und mündlichen Lehre, die mit einander innigst verbunden, in den vier Theilen des Schulchan-Aruch enthalten sind, und deren Befolgung und Bethätignng unsere Vorfahren, in deren Fußtapfen wir wandeln wollen, auf sich und ihre Nachkommen genommen, mit Inbegriff all' der rituellen Gebräuche und Observanzen, die sie uns für ewige Zeiten überliefert" (Statuten S. 6), so dürfen wir wohl die Bedeutsamkeit dieses gewichtigen Ereigniffes zunächst in der Rückwirkung auf das eigene Lager suchen, die dieser Schritt hervorzurufen geeignet scheint. Ein solcher Verein dürfte das richtige Mittel sein, um — wie es in dem den Stat. vorhergehenden ״Aufruf an die ungar. Judenheit" heißt — ״den Schwankenden ein ermuthigendes Beispiel zu geben," u!ld wenn es dem Vereine auch nur gelingen sollte, die Erkenntniß die Reihen der Gesetzestreuen seines Landes durchdringen zu lassen, daß bedauerndes passtves Zuschauen Verrath, daß vielmehr ein Jeder seines Ortes verpstichtet sei, gegen die Antastung des jüdischen Heiligthums abseiten der seine Fahne verlassenden Söhne sich zu erheben, mit Wort und That einzustehen für die Erhaltung des jüdischen Lebens und Sinnes, für die Möglichkeit einer ungehinderten Gesetzesersüllung, — der Verein hätte wahrlich schon hierdurch des Dankes der Gegenwart, der Anerkennung aller Zeiten sich würdig gemacht. Allein auch in anderer Richtung, für die den Eingriffen der gegnerischen Richtung gegenüber einzunehmcnde Stellung dürfte die Gründung des Vereins der שומרי הדת von folgenreicher Bedeutung sich erweisen. Wie für die Gestaltung unseres äußeren Geschickes der Gedanke der Zusammengehörigkeit, der Vereinigung, von Geschlecht zu Geschlecht vererbt, bis auf den heutigen Tag herab von den erfreulichsten, fruchtbarsten praktischen Eonsequenzen sich erwiesen und für die Bedrängniß und die Noth und das Elend jene immer parate Bruderhilfe geschaffen, die noch heute unser Stolz sein darf; so verdanken wir den Rest unseres Reichthums an Kennt- »iß und Uebung des Gesetzes dem Gedanken der Gemeinsamkeit der Pflicht, der in jedem Orte, wohin das Wl Juden geführt, Ge-