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Jeschurun · 1868-07-01 · Heft 10-12 (Juli 1868) · p. 345

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
14 (1867-1868)
Issue
Heft 10-12 (Juli 1868)
Article
Die Rabbinerversammlung zu Kassel
Date
1868-07-01
Page
345 (sequence 7)
Language
German
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Die IlabbinerversantmlllNg zü Kassel. 846 Doch Herr Adler ist ein feiner Kopf; kommt der׳ Berg nicht zum Muhamed, so kommt Muhamed zum Berge! Um die Gemeinde als solche, um die. Einzelnen in der Gemeinde zum alten, väterlichen Heiligthume zurnckznsnhren, um die alte innige Hingebung au Gott und seine Gebote wieder in die Herzen und Gemüther zu wecken,, um das ganze Leben wiederum zu einem einzigen Gottesdienste zu gestalten, wie es das Zndenthum verlangt -- dazu bedarf es des eigenen voranleuchtenden Beispiels, dazu muß man selbst sich ganz in That und Gesinnung dem Gottesgesetze hingcben Ein solches zu gewähren, eine solche Hingebung zu bethätigen, ist׳ man aber zu schwach; man trägt selber den Couflikt in sieb, ja es ist der vorhaudene Couflikt zu sehr theilweise das eigenste Werk, als daß mau einer solchen Reform des Gott abgewendeten Lebens, einer sotchen Reform der unjüdisch gewordenen Gesinnung daS Wort reden könnte. Deshalb wird die Sache umgedreht und die Reform, die man erstrebt, heißt: Reform des Judenthums. Das Zudenthnm der eigenen und fremden nnjüdischen That und Gesinnung anzirpassen, das ist der Herren Bestreben. Als Heuchelei erscheint cs, wenn man dabei noch im Heiligenscheine der ״Religiosität" glanzen will und als Gotteslästerung klingt das Gebet, das über diese Versammlung zu einem solchen Vorhaben den Segen Gottes heraberfleht. Denn also fährt der Landrabbiner 1)1-. Adler fort: ״Sollte man das Zudcnthum für so vollkommen ansehen, daß zu seiner Förderung nichts zu geschehen braucht? Auf unserem-Planeten ist nichts vollkommen." Was will es nach dieser deutlichen Erklärung des De. Adler noch verschlagen, wenn er hinterdrein für das Judenthum in Ansprnch nimmt, ״daß dasselbe einen unvergänglichen, ewigen Gehalt in sich birgt"? — Das Jndenthun! ist göttlich und also vollkommen, wie derjenige, der in Seiner Gnade uns, das jüdische Volk, für alle Zeiten znm Träger dieses Gesetzes berufen. Alle die oft wiederholten Behauptungen von einer Fortentwickejung des Judenthums im Sinne der heutigen Reformer durch die Propheten, Sophenm, Amaraim, GeonLm und Rabbiner sind einfache Unwahrheiten. Alle diese haben, wo sie selbstständig eine Verordnung trafen, solche in Uebereinstimmnng mit dem Gesetze angeordnet nach denjenigen Grundsätzen, welche im Zudenthnm norm?

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