Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 14 (1867-1868)
- Issue
- Heft 10-12 (Juli 1868)
- Article
- Die Rabbinerversammlung zu Kassel
- Date
- 1868-07-01
- Page
- 341 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
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Die NaMncrversaimnbiiist zu Kassel. 341 ohne Sein Gesetz zu erfüllen, wenn nur die Gesinnung eine lob- Me sei, und darum ganze Generationen betrogen um ihr heiligstes Erbe und darum — doch brechen wir ab. — Denn weit entfernt, nunmehr nach dieser Erfahrung die betretene Bahn zu verlassen und seinen Genossen zuzurufen: Wir habe» uns geirrt; wir glaubten Gutes zu stiften und haben das Ilebelste geschaffen, wir vermeinten durch Reformen neue Begeisterung zu wecken und haben die Geister immer mehr dem Jndenthum entfremdet, ja nicht dem Indenthum allein, sondern überhaupt dem Göttlichen — dem Materialismus haben wir in die Hände gearbeitet — zurück, wenn und wo es noch Zeit, , - führen wir die Jugend dem jüdischen Gesetze wieder zu, fördern wir die Kenntniß desselben in allen Kreisen, zeigen wir das Hohe, Erhabene, Beseligende, das in der treuen Erfüllung des Gottesgesetzes liegt, — vielleicht gelingt es einen Einzigen zu retten, um so Sühne für unsere Vergangenheit zu erlangen — statt so diese Erfahrung zu benutzen, — hat der Herausgeber der ״Allg. Ztg. d. Jdths", der sich auf seine Erfahrung hei dieser Gelegenheit sehr viel zu Gute thut, keinen andern Rath zu geben gewußt, als die reformistischen Gelüste zu codifiziren. In neunzehn Thesen, welche, wie er versichert ״die Ergebnisse der bisherigen.Arbeiten über die Umgestaltung unseres öffentlichen Gottesdienstes" enthalten, welche ״die Ausflüsse der Zeit, des Nachdenkens und ForschenS derer sind, welche sich ernstlich mit diesem Gegenstände beschäftigt haben" verkünde! er das einzige Heilmittel ■ zur Rettung des jüdischen Volks vor denl geistigen Tode. Und diese׳ neuesten Thesen — man würde es nicht glauben, wenn es nicht schwarz auf weiß in No. 23 dieses Jahrganges der Allgemeinen Zeitung des Zndenthumö deutlich zu lesen wäre — enthalten nichts Anderes — nachdem in den fünf ersten Sätzen in Form von feierlichen Resolutionen die g oßcn Bekenntnisse niedcrgelegt sind: ״These 1, wir wollen nicht mehr das tumultnose Schreien der Gemeinde und das geschmackwidrige Trillern des Vorbeters." ״These 2, wir wollen ebensowenig den bloßen Vortrag des Vorbeters und daß die Gemeinde gänzlich schweige." ״These 3, wir wollen einen musikalischen Theil des Gottesdtenstes, der nach den vorhandenen Kräften mehr oder weniger künstlertsch, doch stets dem gottesdienstlichen Charakter entsprechend sei."