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Jeschurun · 1868-04-01 · Heft 7-9 (April 1868) · p. 264

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
14 (1867-1868)
Issue
Heft 7-9 (April 1868)
Article
Vorgänge in Steinamanger
Date
1868-04-01
Page
264 (sequence 2)
Language
German
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264 Borgänge in Sternamangev. J dem Aiidrängeil der reformistischen Richtung durch bas Zugeben der f Reformen kirn Gottesdienste nachgab. Die traditionsgetrcue Partei s wurde dadurch schon in ihrem Gewissen beunruhigt; vermied es aber!i aus Pietät gegen ihr greises geistliches Oberhaupt, dem man per- I sönliche Frömmigkeit nicht absprcchen kann, es zum Aeußersten kom- | wen zu lassen, in der Hoffnung, daß es desien bekannter besondern Leutseligkeit und Liebenswürdigkeit gelingen werde, den alten stntns ׳j quo wieder herbcizuführcu, und so enthielten sich einige Mitglieder derselben schon damals der Theilnahme an jedem Gottesdienste, welcher von den Normen des ש״ע abweichen, andere ihrer Gesinnungsgenossen jedoch glaubten durch das Gegentheil ihr Vertrauen auf i die Zukunft leichter realisiren zu können. s Diese Situation wurde aber wesentlich verändert, als vor cirea! 3% Jahren die Gemeinde einen andern zum Rabbiner erhielt. Aus J Rücksicht gegen die Gemeinde will ich dem geehrten Leser eine eins gehende« Schilderung und Charakterisirnng dieses Mannes einstweilen, bis Umstände es etwa erheischen würden, vorenthalten und blos bemerken, daß der Gemeindrvorstand, dem der Ruf dieses Man- »cs bekannt war, dessen Ausnahme mit einer beklagenswerthen Jllrgalität durchführtc. Hiedurch waren nun die Würfel gefallen und! die Tendenz der Gemeinde ünverhüüt dargethan. In einer solchen Gemeinde und unter Anwaltschaft eines solchen Rabbiners, dem Veränderungen in 0בחכ״ gegen den ש״ע sicherlich nur als geringfügige Lapalien erscheinen, mußte natürlich jede Hoffnung auf Rückgewinnung des vEilorenen Terrains und das ganze Vertrauen auf die Zuverläsftgkcit des räbbinischen Urtheils in איסור והיחד וכדומה schwinden, und das religiöse Gewissen auf'sschwerfle beunruhigt werden. Selbst denjenigen, die sich heutzutage schon Juden nennen, weil sie sich von חילול יום הכפוריס und אכילת חמין בפסח enthalten, die über die Vergaugcnhcii und Fähigkeiten des Rabbiners sich gerne in Dunkel hüllten, wurden durch die Amtsthätigkeit desselben die Augen geöffnet. Es kanren Fälle vor, wo derselbe שאלות gige» ausdrückliche zweifellvse Bestimmungen des ש״ע für כשי erklärt hat; eine Aussicht über ש׳ו׳ב, sowie über das Ausschroten des ^-Fleisches eristirt gar-nicht; ein שוחט, bcm schon vor 10 Jahren laut Gcmeindeprotoksllbnch der. zweite als.עומר על ו.בו beigegeben würde;versieht noch bis jetzt die שחיטה allein; auch das einzige künstlich construirte Ge-

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