Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 14 (1867-1868)
- Issue
- Heft 7-9 (April 1868)
- Article
- Chazaq u-nitchazeq
- Date
- 1868-04-01
- Page
- 216 (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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חזק זנחחזק Es kennzeichnet den jüdischen Sinn, ein jedes Werk mit dem Zurnf: חזק ונתחזק zu beschließen, und damit sich und die Genossen zur Ausdauer, und zur gegenseitigen Ermunterung zur Ausdauer im Fort-Arbeiten zu mahnen. Nimmer zurückschaum sott der jüdische Sinn, nie in dem bereits Geleisteten sich wohlgefällig spiegeln, nie, wie man sagt, aus seinen Lorbeeren ausruhen; immer soll das bereits Vollbrachte vor seinem betrachtenden Blick verschwinden, nur Vertrauen und Muth zu künftigen, neuen,und womöglich größeren und besseren Leistungen soll er aus dem Gedenken des Vollendeten schöpfen und mit dem Rufe: חזק ונתחזק sich und die Genossen zu neuer Frische zur neuen That ermuntern. Sollen doch die Mizwoth unserer Lebensaufgabe בכל יום יהיו בעיניך כחדשים, jeden Tag als ganz neue vor unsere Augen treten, und jeder Tag uns mit so unverbrauchter Kraft und Munterkeit bei unserer Lebensarbeit finden, als gäbe es kein Gestern für unfern Beruf, als wäre uns die Aufgäbe erst heute aus der Hand unseres Meisters geworden. Es meint aber die Anschauung eben dieses Sinnes, daß vor Allem חזוק, Festigkeit, zur Lösung aller jüdischen Lebensaufgaben gehöre, Festigkeit, die sich durch Widerspruch nicht schwankend, durch Schwierigkeiten nicht wankend, durch Hohn und Spott selbst in hingebungsvoller Arbeit für das Ziel nicht irre machen läßt, das man