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Jeschurun · 1868-04-01 · Heft 7-9 (April 1868) · p. 209

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
14 (1867-1868)
Issue
Heft 7-9 (April 1868)
Article
Pineas-Elijahu
Date
1868-04-01
Page
209 (sequence 5)
Language
German
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Pineäs-EWhn 209 phetenspruches erprobt, daß mit dem Unrecht das Unglück in Israel umkehre, und mit dem Gottesgehorsam der Gottesschutz für Israel schwinde, und hatte nichts gelernt aus dieser Lehre. Die Hingebung eines Samuel, die Begeisterung eines David, die Weisheit eines Salomo hatte nicht vermocht, das Volk dauernd gegen die Versührung durch das Völkerbcispicl zu stählen. Hatte doch Salomo selbst, der dem Gottesgesetze das prächtige Heiligthum erbaute, diesem Gesehe die Treue gebrochen, dem Schittimgeiste die Thür geöffnet, mit fremden Königstöchtern, deren Reizen er verfiel, den Götterkult des Heidenthums in der Nähe des Gesetzesheiligthums des Einen Einzigen eine Stätte finden lassen, und damit den Ruin seines Hauses .und seines Volkes eingelcitet. Mit seinem Tode war das Reich zerfalle». Die Königsreihe auf Davids Thron wechselte in Abfall und Treue, aber im Reiche Israel war mit seinem Gründer, Jerobeam, Politik als leitendes Princip eingetreten, und, wie bei den Nachbarvölkern ringsum, war das, was man Religion noch nannte, in den Dienst der Königspolittk getreten. Jerobeam, der ״Große", war der Erste, der, um sich und seiner Dynastie Dasein und Dauer zu sichern, die ״Reform" in's Judenthum eingeführt. In der Treue an das Gesetz, dessen Gotteszeugniß nur in Jerusalem zu finden war, Gefahr für seinen Königsthron witternd, hatte er an die Stelle der göttlich gegebenen Objektivität des Gesetzes, die Subjektivität willkürlicher Kulterfindungen gesetzt. Warum gerade in Jerusalem? hatte er zum Volke gesprochen, warum nicht auch in Sichem? Wa- ׳״ - überhaupt diese engherzige Beschränkung in' der Gottesverehrung? Ist Gott nicht überall zu finden, und ist er's nicht immer? Wenn in Stchem, nicht auch in Bethel und Dan? Und wenn im steoten Monat, nicht auch im achten und jedem beliebigen? Bleiben wir hübsch auf ״historischem Boden"! Warum gerade ״Mosaisch"? War nicht Aharon auch ein hohepriesterlicher Gottesmann, und hatte er nicht in menschenfreundlichem Rechnung-trägen für Zeit und Umstände der Vvlksbedürfniffe — ohne sich und sein Volk der Derehrung des Einen Einzigen zu entziehen, vielmehr zur Verehrung des Einzigen —• den noch altern Apiskult, nur jüdisch reformirt, wieder erfunden? Und stehe da, das reformirte Zsraelitenthum im Gegensatz zum alten starren Judenthum war fertig. Das Götterkalb war wie-

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