Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 14 (1867-1868)
- Issue
- Heft 4-5 (Januar 1868)
- Article
- Rundschau im Gebiete jüdischer Interessen
- Date
- 1868-01-01
- Page
- 165 (sequence 9)
- Language
- German
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Äundschüu im Gebiete jüdischer Anteresieü. itzZ ״Doch bis gestorben König Saul Hältst gefälligst Du Dein Maul, Sprich mit Niemanden darüber, Dieses merke Dir mein Lieber." den zweiten Aufzug. — Im dritten Aufzuge rücken die Philister heran. Goliath sendet seine Herausforderung. Alle weigern sich dieselbe anzunehmen. Samuel fordert sie wiederholt auf sich zu schlagen. Saul weist ihn zur Ruhe ״mit Aizos bin ich wohl versehen"; Jonathan entschuldigt sich mit dem Zipperlein, das ihn plagt, Abnrr mit seiner heutigen ״Jahrzeit", David endlich erklärt sich dazu bereit unb zieht dem Goliath entgegen, — Michal zittert, Samuel tröstet tu : ״ich habe ihn geducheut". David kehrt als Sieger heim, Saul gibt ihm die Tochter; bietet ihm aber die ״Tausend Schekel Courant", die er versprochen, in 6״ Monats Wechseln"; will aber auch ״preußische Scheine" geben, wenn ihm David etwas darauf vergütet. Darauf verzichtet Davis auf das Geld und meint, mit seiuer Gage als Major und Chorsänger den Haushalt bestreiten zu können. Sie gehen darauf zum Altäre und Samuel spricht ״Gott dem Höchsten Dank" aus, für den Schutz, den er den Juden gewährt. — Wir glauben zur Genüge hervorgehoben zu haben, um die ganze Jämmerlichkeit dieses Stückes darzuthun. Wenn von nichtjübischer Hand Hohn und Spott gegen uns geschleudert werden soll, Aergeres kann sie nicht verüben, als dieses ״Historisch^Vaterländische" von einem, ohne Zweifel ״harmlosen" Juden für Inden zur Feier eines jüdischen Festes verfaßte Lustspiel. — Man bedenke doch die bodenlose Erbärmlichkeit der Gesinnung, oder vielmehr Gesinnungs-, Gefühl- und Gedankenlosigkeit! Das Chanuckafest ist der Erinnerung einer glorreichen, unvergleichlichen Vergangenheit geweiht, und Juden feiern dieselbe mit der Herabwürdigung des Andenkens anderer erhabener Gestalten unserer nationalen Geschichte!! — Tiefer in den Koth können Menschen nicht getreten werden, als hier Saul und David, Jonathan und Samuel, — und nnkeuscher kann kein Weib geschildert werden als Michal in diesem traurigen Lustspiele. —- Wir wollen hier von dem religiösen Gefühle einmal ganz absehen. — Man wage es doch, ein Mal dieses Stück auf einer öffentlichen Bühne aufzuführen, — wahrlich jeder denkende ge-