Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 14 (1867-1868)
- Issue
- Heft 4-5 (Januar 1868)
- Article
- Aus der Residenz
- Date
- 1868-01-01
- Page
- 144 (sequence 11)
- Language
- German
- Belongs to
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144 Aus -ff Residenz. Zeiten als Brecher des öffentlichen Glaubens gebranbtmarkt hätten! Sehr richtig, und' es schützt sie keineswegs die an sich vielleicht löbliche Absicht, welche sie dabei hegten. Was sollen wir aber von Corruptionen alter Texte denken, wo gerade das gestrichen wird, was noch setzt Tausenden als unumstößliche Wahrheit gilt; von Verunstaltungen edelster Blüthen einer Poesie, welche die ganze Seele in Worte ausströmen ließ, aus welcher gerade das getilgt wird, was den Grundton des Ganzen bildet. Absehen wollen wir für jetzt von der Versündigung gegen das Erhabene und Gedankenreiche in dieser Poesie, welche beispielsweise des תקע im Schemoneh Esrch folgendermaßen herrichtet: ושא נם להושיענו וקבצנו יחד אליך בארבע כנפות הארץ בא״ה מקב ן לשמו שאריח עמו ישראל. Gern aber möchten wir wissen, mit welchen Gründen diese Interpolationen, Corriiptiouen, Substitutionen vor dem Forum eines wissenschaftlichen Gewissens zu vertheidigcn wären. Mag der, welchem die alten Gebete nicht zusagen, völlig neue einführcn, mag er diese sich so gestalte», wie er sie für gut findet. Aber die alten Gebete äußerlich beizubehaltcn, aber an dem Inhalt so lange herumzupfuschen, bis das dasteht was man lesen will; so Texte zu schaffen, welche, während sie nur Carricaturen der alten sind, den Arglosen zu täuschen im Stande waren, ist etwas, was wir nicht begreifen. Wir sagen, sie sind im Stande den Arglosen zu täuschen; daß dieses wirklich bei diesen frommen Veruntreuungen alter Schätze Absicht gewesen wäre, wollen wir durchaus nicht behaupte». Wie können wir auch einem liberalen Herrn solche Schmuggelgeschäfte mit Gedankenwaaren zutrauen. Dieses verbietet uns schon die Entrüstung und der Abscheu, mit welchen auch diese Herren es verdammen, jedesmal, wenn die ehemals jüdischen Söldlinge des Judenmissionsgeschäftes ihr parasitisches Wesen treiben; wenn sie, verhüllt unter einem langen polnischen Barte, mit jüdischen Brocken um sich werfen, um das jüdische Herz zu überlisten, und ihre Contrebande durchzuführen. Nein, einen solchen Vnrwurf wollen wir nicht erheben, selbst nicht bei dem Gebete der Neumondsweihe, wo wir für das מי שעשה נמים folgendes Formular finden: מי שעשה אח השמש לממשלת היום אח הירח וכוכבים 5 לממשלות בלילה הוא ישלח לנו אורו ואמתוc. mit Beibehaltung der einleitenden Worten מי שעשה. Aber wie gesagt, solche pfäsfische Absichten Können wir einem fortschrittlichen Rabbiner nicht unterschiebe«;