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Jeschurun · 1867-12-01 · Heft 3 (Dezember 1867) · p. 87

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
14 (1867-1868)
Issue
Heft 3 (Dezember 1867)
Article
Rundschau im Gebiete jüdischer Interessen
Date
1867-12-01
Page
87 (sequence 2)
Language
German
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MydsHau,im GMehe Mischer Hnterefft». K7 jüdischen Gemeinden deS Großherzogthums Mecklenburg-Schwerin haben bet dem Reichstage um Aufhebung der Beschränkungen der Juden in Ausübung ihrer bürgerlichen und politischen Rechte pctitionirt und beschloß der Reichstag: ״Die Petitionen dem Bundeskanzler zu überweisen, mit der Aufforderung in nächster Session des Reichstages einen Gesetzentwurf vorzulegen, durch welchen alle noch bestehenden, aus den Verschiedenheiten des religiösen Bekenntnisses hergeleiteten Beschränkungen der bürgerlichen und staatsbürgerlichen Rechte aufgehoben werden." Jenes Gesetz und dieser Beschluß des Reichstages sind nur die Consequenzen des Princips, welchem der Reichstag und der Norddeutsche Bund ihr Dasein verdanken, des Einheitsgedankcns, der die gegenwärtige Umgestaltung Deutschlands ermöglichte und mit veranlaßt?. Wenn im Norddeutschen Bunde die Stamincsunterschiede verwischt werden, und der Mecklenburger und Lipper sich nur als Deutsche begreifen sollen, so müssen auch die konfessionellen Schranken fallen, welche die Staatsbürger im bürgcrliehen und politischen Leben von einander scheiden. - Im Preußischen Abgeordnetenhause nehmen fünf Juden Sitze ein: Reichenheim, Kosch, Johann Jacoby, Marburg und Laster; iu's Herrenhaus ist zum ersten Male ein Jude: Freiherr Meyer Carl von Rothschild berufen. — In Ham bürg haben die Gemeindewirren einen vorläufigen Abschluß durch die Publicirung vo» Gemetndestatuten erfahren, nach welchen ״Synagoge" und ״Tempel" von einander völlig unabhängig in Bezug auf ihre religiösen Handlungen, Verwaltung, Finanzen und Beamtenanstellnng erklärt, dennoch aber mit einander zu einer Gemeinde verbunden sind, welche das Armenwcsen, Armenunterricht und Begräbntßwesen gemeinschastlich zu versorgen hat. Wir haben diesen Abschluß einen vorläufigen genannt, weil wir nicht glauben, daß eine Vereinigung so desparater Gegensätze auf die Dauer zu halten sein wird. Eine solche ist nur in dem Falle möglich, wenn sich die von der Tempelgemeinde repräsentirte neologische Richtung in allen gemeinsamen Handlungen dem Religionsgesetze ohne Widerspruch unterwirft; das ist aber nach bisherigen Erfahrungen sehr zu bezweifeln. Ueberall hat cs sich gezeigt und zeigt sich fortwährend, daß die sogenannte Rcforuipartei mit allen Mitteln an dem Umsturz der religiösen Institutionen arbeitet. Es muß ihr das Judenthum als so lächerlich, wenn nicht gar ö

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