Mannheim
Compact Memory

Jeschurun · 1867-11-01 · Heft 2 (November 1867) · p. 41

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
14 (1867-1868)
Issue
Heft 2 (November 1867)
Article
Die Lieder der Koraiden
Date
1867-11-01
Page
41 (sequence 9)
Language
German
Belongs to
article
OCR quality
92% known words query
IRI
…/2932754-2932987-2932990-2951019--10858-2951035
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

Die Lieder der Koraidsn. 41 innery uuS -dem Jordan-Lande, d. h. Gottes gedenken wie Er sich im Jordan-Lande, — hier wohl das ganze heil. Land bezeichnend, — uns in vergangener Zeit bewährt hatte. Denken wir uns Jsrael in nordöstlichem Exil, z. B. in Babylon, so trifft der nach Palästina schauende Blick zu allererst in der nordöstlichen Grenze auf einem Punkt die Quellen des Jordans und die Wipfel des Hermongebtrges zusammen. 8. Dieses Gottesgedächtnist aus der Vergangenheit lehrt Israel, daß auch in den Geschicken seiner Gegenwart Gott gegenwärtig ist. Wenn die Ereignisse wie Fluth auf Fluth, eigentlich: wie Gcwoge auf Gewoge, scheinbar regellos, über es einstürmen, so lebt doch ein .tiefer gvttgeleiteter Pragmatismus in allen über Israel ergehenden Geschicken. Jede vorangehende Fluth ruft die nachfolgende zur Stimme, d. h. zum Gehorsam der Gottcsleitungen hin. Diese Gottesleitungen sind hier aus dem Bilde des Wassers, dessen Gewoge, wie so oft, zum Ausdruck für die zerstörenden Zeitereignisse gebraucht wird, durch v׳-ML, Wasserleitungen, Kanäle ausgedrückt. WaS uns תהום, als regellose Fluth erscheint, das bewegt sich doch in einem ganz bebestimmten, von Gott vorgezeichneten Geleise, und jedes Vorhergehende zwingt das Nachfolgende sich in demselben von Gott gegrabenen Bette fortzubewegcn, nöthigt jede Gegenwart sich gehorsam in den Bestimmungen der Gottesleitung zu entwickeln, und jeder einzelne Stoß, den Israel aus diesen Leitungen erschüttert empfängt, ist ein Wcllenstoß oder ein Wellenschritt, dessen Stoß und bewegende Kraft von Gott geleitet ist. 9. Darum ist auch im Exil Israel nicht ohne Gott; in Tagen der lichten Zeit ist es Gott, der seine Liebe befiehlt, der die Ereignisse zu Boten seiner wohlthucnden Liebe macht, und auch in solchen nächtigen Zeiten, aus denen hinaus dies Lied spricht, in welchen scheinbar Gottes Allmacht zurücktritt (daher שירה, mit dem Feminalconsonanten), ist das das Unsichtbare und den Unsichtbaren schauende Lied bet ihm, verläßt Israel der Gott schauende Blick nicht und hilft ihm zu p׳n *6 תפלה, zur Gewinnung des reinen Gedankens über sich und allen seinen Beziehungen zu Gott und zur Menschheit. 10. 11. Israel fühlt eben im Drange feindlicher Zeitverhält-

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.