Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 14 (1867-1868)
- Issue
- Heft 1 (Oktober 1867)
- Article
- Frankreich : Paris [Nachricht]
- Date
- 1867-10-01
- Page
- 30 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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so sandten: ״Bahnet, bahnet, räumt den Weg, hebet hinweg jedes Hinderniß aus dem Wege meines Volkes" סלו סלו פנו דרך הרימו מכשול מדרך עמי--״— Donaufürstenthümer. Als fernerer Beitrag zur Charakteristik der Vorgänge in Rumänien möge noch folgender, von den Tagesblättern aus Jassy mitgetheilte Vorfall dienen: Ein jüdischer Schlossergeselle war nach dem Genüsse eines in der Schänke eines Christen genossenen Glases Branntwein tobt zusammengestürzt, und man glaubte manchen Anzeichen nach wahrnehmen zu dürfen, daß hier das Verbrechen einer Vergiftung vorliege. Viele Juden versammelten stch in der betreffenden Straße, die Polizet und der Procurator wurden verständigt und Letzterer ordnete die Versiegelung der Flasche, aus der man dem Schlossergcsellen eingrschenkt, und die Transpvrtirung des Tobten behufs der Autopsie in daS israelitische Spital an. Kaum war jedoch der Wagen, auf dem der Leichnam lag, bis in die Nähe des russischen Consulats gelangt, als eine beträchtliche Anzahl Christen sich dem Zuge in den Weg warf und unter Lärmen und Schreien die Ueberführunz des Leichnams in ein christl i ch e s Spital verlangten. Die ebenso zahlreich anwesenden Juden, von diesem Ansinne» stutzig gemacht, verlangten die strikte Ausführung des staatsanwaltliche» Befehls, und bald wurde man handgemein. Wie durch einen Zauber sah man aus dem Hofe des russischen Consulats-Gebäudes eine Unzahl von Stöcken und Stangen herausgelangen, und eS erschollen die im russischen Accente gerufenen Worte: ״Nieder mit den Juden, haut sie alle zusammen!" ES regnete auf die Juden Hiebe und Verwundungen, und die in zwei Straßen angcsammelten Haufen der Kämpfenden drohten die Schlägerei in der ganzen Stadt zu verbreiten. Glücklicherweise erschien noch im rechten Moment zahlreiche Polizeimannschast und der Exceß wurde betgelegt. Nur fand man es für nöthtg aus dem Haufen der Ercedirenden zehn Juden herauszugrcifen und in's Criminal-Gefängniß zu sperren, und das Gigenthümlichste der Sache ist, daß selbst zahlreiche Christen schriftlich erhärten, daß nicht einer der Eingespcrrtcn sich am Kampfe betheiligt, daß vielmehr Christen es waren, die denselben provocirt hatten. Die an dcm Tobten voraenommene Autopsie ergab angeblich Entzündung der Lunge und des Hirns. Die Eingeweide wurden zur chemischen Analyse an den Medizinalrath nach Bukarest eingesendet. * " Druck von jmnhold Batst.- Redakteur Rabbiner Hirsch i» Frankfurt am Ma׳n.