Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 14 (1867-1868)
- Issue
- Heft 1 (Oktober 1867)
- Article
- Frankreich : Paris [Nachricht]
- Date
- 1867-10-01
- Page
- 29 (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
- correspondence
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2d; Fräükr^ich. Itr. Paris. Der Beginn des neuen JahreS veranlaßt d. ״Unv. Israel." zu einer Reihe von Wünschen, welche» wir die folgenden entnehmen, die wie jk zur wiederholten Charakteristik der französischeu jüdischen Zustände zu dienen vermögen, doch auch andererseits auch für weitere jüdische Kreise rnutat. mut. ihre volle Berechtigung und bcherzigenswerthe Bedeutung habe» dürften. ״.. . . Den Häuptern und geistigen Führern des Züdenthüms aber wünschen wir die Kraft, den Eifer und die nöthigc Hingebung um ihre heilige Mission pflichtgetreu zu vollbringen, die Synagoge aus ihrem traurigen Verfall zu erheben und den Gottesdienst — nicht auf materielle Weise, durch Dekorationen von Gold und Purpur, durch Marmorvcrzierungen und kunstvolle Malereien zu verschöner!!, sondern ihm empfängliche Gemüther und für das Judenthum pulsirende Herzen zuzuführcn; nicht prachtvolle, blendende Beleuchtung, den Tempel zu erhellen, sondern die göttlichen Leuchte» des Glaubens und religiösen Wissens, entzündet am Strahle des Sinai, um den Gotteshäuser» treue, weil überzeugte und vom Geiste des Gotteswortes durchdrungene Andächtige zuzuführen, die bereit sind, die ewigen Wahrheiten des Zndenthums im Leben zu verwirklichen und, wenn cs sein müßte, mit dem Tobe zu besiegeln. Dem Oonsistoirs central wünschen wir weniger Bescheidenheit, weniger Zurückhaltung, weniger Selbstverleugnung in den großen und wichtigen Angelegenheiten des Judenthums, mehr Achtung vor dem religiösen Gewissen unserer Glaubensgenossen, vor den Rechten, den Freiheiten und der Selbstständigkeit der Gemeinden, wehr Sorgfalt für die geheiligten Interessen, die ihm anvertraut, mehr Thätigkeit die Zukunft und die Größe unseres Cultu,s zu sichern, das Bestreben mehr den Beifall und die Zustimmung unserer Brüder, als officielle Anerkennung seiner Akte zu verdienen und zu erhalten. Wir wünschen dem Consistoire de Paris baldige, gründliehe und dauerhafte Rekonstitution, und einen Grandrabbin, der nicht allein zu predigen, sondern zu handeln, den Mißbräuchen und Ungesetzlichkeiten, die selbst im Gotteshause überhandnehmen zu steuern versteht, der es versteht, mit den Feuerworten der Propheten selbst den Reichsten und Mächtigen ihre Pflichten klar zu machen, der »neigennütztg und unabhängig genug ist, um keinerlei persönliches Ansehen zu achten, der seinen Untergeordneten verbietet, den Religionsunterricht an Instituten zu ertheilen, in welchen die Schüler angehalten werden, unter ihren Augen viele der göttlichen Vorschriften zu übertreten, Alles was sie ihnen lehren . . . . Kurz einen Grandrabbin, der versteht und beherzigt die Stimme des Höchsten an seine Ge-