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Jeschurun · 1867-06-01 · Heft 9 (Juni 1867) · p. 325

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
13 (1866-1867)
Issue
Heft 9 (Juni 1867)
Article
Risse
Date
1867-06-01
Page
325 (sequence 3)
Language
German
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325 gebrauchten Küchengeräthe wurden entfernt, und dafür neue angeschafft. Philipp erfuhr hiervon nur wenig, sonst hätte er vielleicht die Erlaubniß de» Haushalt jüdisch zu führen zurückgenominen. Es war für beide Damen in der That eine Erleichterung, daß Philipps Sohn, trotz des Vaters Krankheit am Tage vor ihrer Ankunft einen VergnügungSzug benutzt hatte, um sich in Paris den Carneval anzusehen. Anfangs hatte er freilich nur beabsichtigt einige Tage dort zu verweilen, aber durch einen guten Freund bcnachrichtigt, welche Veränderung in seines Vaters Hanse vorgegangen, zog er es vor seinen Aufenthalt in der Weltstadt aus unbestimmte Zeit zu verlängern. Mit prüden Frauenzimmern, wie er sich ausdrückte, ließ sich nicht gut zusammen leben. Zn den ersten Tagen schien es in der That, als ob die Gegenwart und Pflege der Tochter einen wohlthätigen Einfluß auf die Gemüthsstimmung deS Kranken ausübe. Er gerieth nicht so oft in Wuth. Helene wußte ihn zu unterhalten, sie las ihm die Journale, sie spielte und sang ihm vor, im Laufe des Tages durfte der Wärter sich kaum blicken lassen. Helene wußte alles so zart und sorgsam anzufaffen er verlangte oft Handreichungen, ohne deren zu bedürfen, nur weil cs ihm so wohl that von dem schönen sanften Mädchen sich bedienen zu lassen. Zda wollte die Tochter in der,׳ in der That anstrengenden, Krankenpflege unterstütze», aber Philipp gab das durchaus nicht zu, so angenehm ihm die Gegenwart seiner Tochter, so unangenehm war ihm die seiner Frau. Diese betrat daher nur selten sein Zimmer, sie hielt sich gewöhnlich im anstoßenden Kabinet auf, dessen Thür zum Krankenzimmer jedoch beständig geöffnet war. Doch nur allzubald gewöhnte sich der ungeduldige Patient an die zarte aufmerksame Pflege, er hätte sie zwar auch jetzt um keinen Preis entbehren mögen, aber sie war ihm nichts Neues mehr, und daher nicht im Stande seinen Unmnth, seine Zvrnesausbrüche im Zaume zu halten. Und je mehr er wieder diesen Leidenschaften, den einzigen denen er jetzt sröhnen konnte, die Zügel schießen ließ, um so mehr verschlimmerte sich sein Zustand. Man hätte sich keine geduldigere, keine sich mehr aufopfernde Pflegerin denken können, als Helene, aber sie hatte unsäglich zu leiso

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