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Jeschurun · 1867-06-01 · Heft 9 (Juni 1867) · p. 294

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Journal
Jeschurun
Volume
13 (1866-1867)
Issue
Heft 9 (Juni 1867)
Article
Die Hypothesen der Bibelkritik und der Commentar zur Genesis von Herrn Rabbiner S. R. Hirsch
Date
1867-06-01
Page
294 (sequence 2)
Language
German
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294 Die Hypothesen der ViLelkritik. meinte, daß dies nur dann der Fall sein konnte, wenn in dem Werke die Resultate der Bibclkritik besprochen, die Gründe, ans deuen dieselben beruhe», erwogen und einer eingehenden Analyse nnlerzogen würden; daß aber, da in dem ganzen Werke die Annahmen der Bibclkritik total tgnorirt werden, die Vcrmnthnng nahe liege, daß der Verfasser gar nicht die Absicht hatte, seinem Werke eine Berücksichtigung von Seiten der Bibelkritik zu verschaffen, cs sich gar nicht znr Aufgabe machte, auf die dem Gebiete dieser Wissenschaft angchorendcn Untersuchungen einzugehen. Ich hatte durchaus keinen Grund, dieser Vermuthnngzu widersprechen, erklärte aber dennoch, die oben angeführte Bemerkung als eine vollkommen berechtigte halten zu müssen, und zeigte, daß das vorliegende Werk auch den Bibelkritikern den Beweis zu liefern geeignet ist, daß man, obgleich die in der Negation der Gottesoffenbarung liegende Grundauschaüung der Bibelkritik sich der wissenschaftlichen Diskussion entzieht, da die Wirklichkeit des Offenbarungsfaktums ebensowenig wie die Wahrhaftigkeit irgend einer historischen Thatsache sich durch Vernunftgründe beweisen aber auch nicht widerlegen läßt, dennoch keineswegs zu einer s. g. ״gläubigen Exegese" seine Zuflucht nehmen muß, um die Schwierigkeiten zu losen, welche von der Bibclkritik znr Motivirnng ihrer Behaupt»»- gen angeführt wurden; daß der Commcntar des Herrn Rabb. Hirsch trotz seiner Umgangvahme von der Bibclkritik dennoch darthut, daß man bei Aufrcchthaltnng der vom Zudenthumc gelehrten Authcnticität des Pentateuch durchaus nicht gcuvthigt ist, den ״Knoten zu zerhauen", den mau im Hinblicke auf die Aufstellungen der Bibelkrilik zu losen hätte, sondern auf dem Boden einer rationellen streng wissenschaftlichen Exegese die von der Bibelkritik zur Begründung ihrer Annahmen erhobenen Einwände zu beseitigen vermag. So sehr ich nun aus naheliegenden Gründen von der Absicht entfernt bin, irgend einen Beitrag zur Würdigung des genannten Werkes zu liefern, und so wenig diese Blätter hiezu geeignet sei», könnten, so gestattet dennoch die Darstellung der in dem erwähntes Werke sich bcsindenden Ergebnisse für die Bibelkritik eine so strikte aus jede Beurtheilung des Werkes verzichtende Objektivität, daß de Nachweis jener Resultate in dieser Zeitschrift um so berechtigter er. scheinen muß, als die Hypothesen der Bibelkritik auch auf jüdischer Seite angenommen wurden.

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