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Jeschurun · 1867-04-01 · Heft 7 (April 1867) · p. 242

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
13 (1866-1867)
Issue
Heft 7 (April 1867)
Article
Risse
Date
1867-04-01
Page
242 (sequence 2)
Language
German
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242 Risse. Edmund lächelte, ״du glaubst mir nicht Mutter, weil du siehst, daß ich nicht gearbeitet habe, aber ich bin es heute nicht im Stande, es ist mir unmöglich." ״Und warum ist es dir heute unmöglich, Kind?" Edmund erröthete, ״warum" wiederholte er, ״ja Mutter, ich will cs dir sagen, aber willst du dich nicht sehen?" Er führte sie zu dem kleinen Kanapee, das sich an der einen Wand des Zimmers befand, beide ließen sich auf demselben nieder. Aber mehrere Minuten vergingen und Edmund hatte noch nicht gesprochen. ״Nun mein Sohn, ich glaubte, du wünschtest mir mitzutheile», warum du dich heute nicht im Stand fühlst zu arbeiten." Edmund aihmete tief auf, er zögerte noch einen Augenblick, , dann erst sprach er mit bebender Stimme, ״ich liebe, Mutter." Rosa erschrack, eine unbestimmte Ahnung zog ihr das Herz zusammen. ״Du liebst? und kenne ich das Mädchen Deiner Wahl? Daß sie deiner würdig ist, daran zweifle ich nicht, wenn ich sie auch nicht kenne." ״Du kennst sie Mutter, und auch Du liebst sie schon seit einer Reihe von Jahren." Rosa war leichenblaß geworden, ״ach," rief sie, ״ich vergesse ja ganz, warum ich dich ausgesucht habe, ich wollte dir mittheilcn, daß Helene sich soeben mit Moritz verlobt hat." Edmund sprang auf, alles Blut war aus seinen Wangen gewichen, heftig zitternd, unfähig auch nur ein Wort hervorznbrtngen, stand er da. Angstvoll ruhte der Mutter Blick auf ihm ״Mein Kind! Mein Edmund!" Sie faßte seine eiskalten Hände, wie mechanisch ließ er sich wieder neben sie niedergleiten, ein unsäglicher Schmerz hatte sich in seinen schönen männlichen Zügen ausgeprägt. ״Mein Sohn, mein Sohn! fasse Muth," bat die Mutter, deren Angst stieg als sie den jungen Mann noch immer starr und sprachlos sah. Langsam fuhr er sich mit der Hand über die Stirn, ״ist's denn wahr?" flüsterte er, ״habe ich dich nicht mißverstanden Mutter?" ״Du hast mich nicht mißverstanden, mein armes armes Kind, aber warum mußtest du auch so lange schweigen?" ״Ich mußte mir erst eine Stellung erringen, ehe ich es wagen

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