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Jeschurun · 1867-03-01 · Heft 6 (März 1867) · p. 209

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
13 (1866-1867)
Issue
Heft 6 (März 1867)
Article
Risse
Date
1867-03-01
Page
209 (sequence 2)
Language
German
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r Boy H...!209 ״Wenn Du willst so fordere Ich den Bösewicht," sagte ihr Bruder, indem er den Kandelaber herunterließ und die Gasflammen anzündete. ״Aber mit mir bist Du doch zufrieden Adele, seit Henrtette verheirathet ist, nenne ich Dich immer meine große Schwester." ״Ja Du bist gut Jakob aber — Ach da kommen schon Mama und Tante Zda und Edmund, komm' Helene laß unS rasch den Kaffeetisch ordnen." Während Viktor die Dame» begrüßte und Jakob Sessel herbeirückte, hatten die beiden Mädchen bald den Tisch geordnet. Adelens quecksilberne Lebhaftigkeit mußte alles rasch beenden, sie konnte sich bet keiner Sache lange aufhalten. Es war ein wunderlirbliches Kind, dieses kaum zwölfjährige Mädchen, mit den schonen blonden Locken die bei jeder Bewegung auf dem zarten blendenden Nacken tanzten und dem feinen blühenden Gesichtchen, in dem man ganz überrascht in ein paar dunkle gluthvolle Augen blickte. Sie war der verhätschelte Liebling des ganzen Hauses. Ihre Cousine Helene war um ungefähr fünf Jahre älter als sie, und in diesem Augenblick wenigstens noch schöner als Adele. Seit den zehn Jahren, die sie mit ihrer Mutter bei ihrem Onkel weilte, hatte das blaffe schwächtige Kind zur blühenden Jungfrau sich entfaltet. Ihr hoher schlanker Wuchs, das geistvolle, nur ein wenig zu durchsichtige Antlitz, von prachtvollem dunkeln Haar umrahmt, hätte ihr ein imponirendes Aussehen verliehen, wenn die Augen unter den langen Wimpern nicht ein wenig träumerisch geblickt. Ihm selber unbewußt folgte de Menza's Blick ihren raschen anmuthigen Bewegungen, Edmund merkte es und erröthete, er trat zu Mortz und knüpfte ein Gespräch mit ihm an. Die Tainilie setzte sich um den Tisch, die jungen Mädchen servirten den Kaffee, die Unterhaltung war lebhaft und allgemein. Adele erzählte eben von dem Haufirer, der sie Nachmittags so sehr amüsirt hätte, sie wußte ihn so trefflich zu kopiren, daß alle herzlich lachten; aber die Mutter warf ihr einen mahnenden Blick zu, ״genug, genug mein Kind, Du weißt, daß ich dergleichen nicht liebe." ״Ach Verzeihung Mama, ich hatte ganz daran vergessen, Aber denke Dir nur Papa, der Mann hat durchaus nicht glauben wollen,

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