Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 13 (1866-1867)
- Issue
- Heft 6 (März 1867)
- Article
- Sir Moses Montefiore's Bericht über seine Sendung ins's heilige Land
- Date
- 1867-03-01
- Page
- 203 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 95% known words query
- IRI
…/2932754-2932974-2932981-2950609--10523-2950643- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
- Minsk 1× ep/1000754
OCR text
über seine Sendung in's heilige Land. 203 gcn Personen die sich ihren Lebensunterhalt im heiligen Lande nicht erwerben können nnd sich geneigt finden sollte», sich zu ihren Frcunden oder Verwandten in andere Länder zu begeben, nnd Hauptfachlich Wiitwen und Waisen, mit den nöthigen Mitteln zur Ausführung dieser Absicht versehen werden möchten. Außerdem waren sie der Ansicht, daß eine Baugesellschaft nicht blos für Arme sondern auch für Vermögendere gesunde Wohnungen Herstellen sollte. Die Repräscntauten der Gemeinde von Minsk schlossen sich ebenfalls diesen Ausführungen an, hielten es aber von der größten Wichtigkeit meine Aufmerksamkeit auf den Umstand zu lenken, daß viele Arme und sogar Leute des Mittelstandes die größte Schwierigkeit finden sich Fleisch zu verschaffe», theils wegen des hohen Preises den sie zu zahlen hätten, theils weil nur eine einzige Person Fleisch verkaufen darf; wenn mau einem oder mehreren Gliedern der Aschkenasim erlanden würde eine Metzgerei zu eröffnen, so würde die Schwierigkeit, über welche sie sich beklagten, bedeutend vermindert sein. Wiederum andere wiesen auf die Nvthwcndigkcit hin, lohnende Arbeit für solche die cs wünschen zu schaffen, und allen im Falle der Noth ärztliche Hülfe zu gewähren, um so mehr, als es während der letzten Epidemie vielen Armen unmöglich war sich die Hülfe eines Arztes oder Chirurgen zu verschaffen. Die Nepräsentanicn der Gemeinden von Volhynien nnd der Chassidim aus Oesterreich empfahlen außerdem die Gründung einer Vorschußkasse, um der arbeitenden Klasse und andern die eines kleinen Kapitales bedürfen, Vorschüße zu machen, um sie in den Stand zu setzen ihren Lebensunterhalt durch industrielle Beschäftigungen zu verdienen. Andere Vorschläge von geringerer Wichtigkeit die in dem Reiseberichte noch angeführt werden übcrgehen wir. Die Frage der Vertretung der verschiedenen Gemeinden durch Personen ihrer eigenen Wahl wurde dann diskutirt, und ich überzeugte mich bei dieser Gelegenheit, fährt Sir M. fort, daß eine der größten deutschen Gemeinden bekannt unter dem Namen der Perouschim gegenwärtig von Gliedern ans den verschiedenen Distrikten des Landes, aus welchem sie ursprünglich cingewandert sind, repräscntirt werden, damit die Vertheilung der milden Gaben in einer viel passenderen Weise geschehe; und die Leute die mir diese Aufklärung gaben bemerkten mit Recht, daß die Vertheiler die die Armen in