Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 13 (1866-1867)
- Issue
- Heft 6 (März 1867)
- Article
- Die pathologische Anatomie des Talmud
- Date
- 1867-03-01
- Page
- 188 (sequence 2)
- Language
- German
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188 Die pathologische Anatomie des Talmud. ziehung höchst wichtig, da die Lcberfarbe den Genuß deS Fleisches gestattet, während die Fleischfärbnng ihn verpönt. Nun weiß jeder, der sich nur einigermaßen mit Sektionen beschäftigt hat, wie viele Nüanctrungen sowohl die Farbe des Fleisches als der Leber hat, und wie viele Uebergänge zwischen beiden stattfinden. Die verschiedene gcsetzliche Bedeutung dieser Farben bedingt aber eine ganz genaue Kenntniß, wie weit die Nuancen der Lcberfarbe gehen, ohne in das Bcreich der Fleischfarbe überzngreifen. Andererseits ist, wie wir später sehen werden, die rothe Farbe nach gesetzlicher Bestimmung noch inS Bereich des Normalen fallend, während die Farbe des Fleisches, die doch auch im Allgemeinen als roth bezeichnet werden Muß so anormal ist, daß sie den Genuß des Thieres verbietet. Die genaueste Unterscheidung und Auseinanderhaltung so feiner Farbenüancen, wie zwischen der Farbe des Fleisches und der rothen Farbe im allgemeinen, war also geboten; man mußte in der Praxis ganz, genaue feststehende Typen für die ja so viele Nüancen darbieteude Farbe des'Fleisches, der Leber und der rothen Farbe haben, Unterscheidungen die nur durch eine immense Erfahrung und eine große Virtuosität in Unterscheidung und Feststellung der verschiedenen Farbcnüancen möglich ist. AehnUch feine Nüancirungcn finden sich in der gelben Farbe, wie Wachs, wie Essrvg, wie Gold, wie Pigment in der Haut bei der Gelbsucht, wie Hopfen rc. rc. *) Betrachten wir nun die einzelnen aufgeführten Farbenveränderangen, so tritt uns als eine der häufigsten abnormen Färbungen das Roth entgegen. Der pathologische Vorgang der einer rothen Färbung der Lunge zu Gründe liegt, ist in den meisten Fällen eine Blutüberfüllung sog. Lungenhyperämie. Der Talmud bringt als Fündämentalsah hierüber einen Aussprüch Raba's nach welchem eine partielle Hyperämie zu den weniger abnormen, eine totale hingegen zu den, das Thier trefo machenden Erkrankungen gehöre^). In höchst treffender und durchaus rationell-wissenschaftlicher Weise tritt ihm hierin Rabina entgegen und beweist ihm, daß der totalen Lungen- Hyperämie derselbe pathologische Prozeß zu Grunde liege wie der Parstellen, und daß demgemäß, da die partielle Hyperämie keine eigent- *) Besonders in NachtalMudischen Quellens Chulin Ä ö.׳