Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 13 (1866-1867)
- Issue
- Heft 6 (März 1867)
- Article
- Die fünfzehn altjüdischen "Aufwärts"-Lieder
- Date
- 1867-03-01
- Page
- 182 (sequence 2)
- Language
- German
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182 Die fünfzehn altjüdischen״Aufwlirts"-Lieder. 4. Denn bei dir ist die Vergebung Damit du gefürchtet werdest. 5. Gott erhoffte ich darum wenn meine Seele hoffte, Und seines Wortes war ich gewärtig. 6. Meine Seele ist meines Herrn, Mehr als die des Morgens harren, harre» des Morgens. 7. Warte darum, Israel, auf Gott; Denn bei dem Herrn wohnt zugleich die Liebe, Und in unendlicher Fülle bei ihm Erlösung, 8. Er wird Israel erlösen Von allen seinen Sünden. Bon der Heiterkeit im Leid, von dem Glück im Unglück, von der stillen Paradiesesseligkeit, die in jüdischen Herzen und jüdischen Hütten mitten in den dunkelsten Galuthnächten wohnen können, davon haben die bisherigen Lieder gesungen. Von Einem haben sie bis jetzt geschwiegen, von dem einen Einzigen, das selbst dem glänzendsten Glück den schimmernden Glanz entreißt, der Blüthe der frohesten Freude allen Schmelz und Dust verkümmert, neben dem Heiterkeit keine Stätte findet, und das ein Weh in die Brust der Menscheu senkt, für das die Erde keinen Balsam bietet und das, wenn es nun gar in die Hütten des Unglücks und des Elends einzieht, das Unglück erst zum Unglück stempelt, den Elenden erst wahrhaft elend macht »nd Hütten und Herzen des Elends mit einer Nacht umdüstert, in die kein Lichtstrahl dringt. Es ist dies die Schuld, die Sünde, das Schnldbewußtscin, der einzige wahre Feind des menschlichen Glückes auf Erden, und! den ״Ausweg" aus dieser tiefsten Tiefe, den jüdischen Ausweg aus dem mit Schuldbcwnßtsein getränkten Elend, singt dieses Lied. 1. Aus tiefster Tiefe, aus jener Tiefe, aus welcher de» Einen selbst die Allmacht einer Gottheit kaum Erlösung zu bringen vermochte, den Andern in der Brust der Sterblichen kein Funke des eigenen Aufschwungs mehr dämmert, aus dieser Tiefe, singt dies Lied in Israels Brust hinein, habe ich dich und nur dich, Gott, gerufen. 2. Eben da, wo Andern der gräßlichste Abgrund der Verzweiflung anstarrt, pflanzt das jüdische Gecküth voller Zuversicht die