Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 13 (1866-1867)
- Issue
- Heft 4 (Januar 1867)
- Article
- Sir Moses Montefiore's Bericht über seine Sendung in's heilige Land
- Date
- 1867-01-01
- Page
- 138 (sequence 7)
- Language
- German
- Belongs to
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138 Sir Mose's Montesiore's Bericht rc. vMerung von Jerusalem während der Epidemieerduldet hatte und wie sehr sie meinen Besuch ersehnte, von dem sie sich Linderung versprach. Dies zeigte mir, wie schwierig und delicat mein Unternehmen sei, denn beim Besuche Jerusalems war es weniger mein Zweck pccnniärc Hülfe nnter'S Volk zu vertheilen, als die Ursache der pernrancntcn Leiden und die Mittel, dieselben nach und nach verschwinden zu lassen, zu erforschen und ich betete aus ganzer Seele: Möge der Herr mich leiten und führen! Jede Minute führte neue Besucher zu, so daß schon mehrere Meilen vor der heiligen Stadt die Straße und das Land, die sie durchschneidet, von einer Menge Leuten beseht war. Seine Hoheit Jzzet Pascha, der Gouverneur von Jerusalem schickte zu unserem Empfang vierzig Cavaliere und Cawassen mit einem Ofsizier an der Spitze. Mein alter Freund Achmed Agha Dzesdar, früher unter Ma- Homed-Ali Gouverneur von Jerusalem, kam gleichfalls mit seinem Enkel und großem Gefolge; sodann kam der ehrwürdige Chajim David Ehasau, der Chacham-Baschi, auf einem prächtigen Araber, gefolgt von den Gliedern seines geistlichen HofeS, den gelehrten Häuptern der deutschen Gemeinde, Samuel Galant, Meyer Auerdach und allen Mitgliedern des Beth-Din. Man konnte da, ohne Uebertreibnng, alle unsere Glaubensgenossen ans Jerusalem sehen, die nur irgend im Stande waren die Stadt zu verlassen. An ihrer Spitze gingen die Synagogen- und Schul-Vorstande; sie Alle riefen ״Baruch haba", gesegnet sei der da kommt. An den Seiten der Straße sangen Hunderte von Kindern besonders dazu verfaßte hebräische Gesänge, welche die Leiden ZioillS und die Hoffnung für die Zukunft Israels aussprachev. Ich bemerkte besonders vierzig Knaben der Simon Edlen von Lämcl'schcn Stiftung, deren gutes Aussehen und harmonische Stimmen einen angenehmen Eindruck machten. Mit tiefer Rührung konnte ich mich überzeugen, daß die Einwohner dieses Landes von einer enthusiastischen Dankbarkeit für Jeden beseelt sind, dessen aufrichtiges Interesse für das heilige Land sie kennen. An dem Orte, wo der Pilger zuerst die Mauern der heiligen Stadt erblickt, stiegen wir vom Pferde und verrichteten die gewöhnlichen Gebete; dann begaben wir uns zu den Zelten, welche der Chacham-Baschi für uns hatte errichten