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Jeschurun · 1867-01-01 · Heft 4 (Januar 1867) · p. 118

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
13 (1866-1867)
Issue
Heft 4 (Januar 1867)
Article
Die fünfzehn altjüdischen "Aufwärts"-Lieder
Date
1867-01-01
Page
118 (sequence 6)
Language
German
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118 Die fünfzehn altjüdischen ״AufwärtZ^'-Lieder. rain des Strebens und Wirkens, des Leistens und Spendens zu, auf welchen Alle die gemeinsame Lösung der Lebensaufgabe finden sollen und Achtung und Anerkennung, ja unsterbliches Andenken in der Reihe der Menschengeschlechter finden können. Und wenn eines Mannes höchster und süßester Lohn in dem Bewußtsein geerndtet wird, eine Stelle auszufüllen in Gottes großem Haushalte, Etwas zu sein und zu bedeuten, mit der treuen Verwendung der ihm verlichenen Gaben und Mitteln, wie bescheiden und unscheinbar auch immer deren Maß sein möge, ein Mitarbeiter zu sein an dem großen Menschenbau, für dessen Förderung Gott in's irdische Dasein ruft: so liegt die Gewinnung dieses beglückenden Bewußtseins Keinem näher als dem jüdischen Manne, der, gleichviel ob Handwerker oder Kaufmann, Künstler oder Gelehrter, in erster Linie Jude ist, ja mit Allem nichts anderes als Jude sein will, der gemeinsamen jüdischen Aufgabe angehört, aus ihr seine Kraft schöpft, und in ihrer Mitförderung seine Bedeutung und die unverlierbare Frucht seines Daseins erblickt. Und wenn auch sichtbar jetzt nicht das ״Wort" zu Zion unter Cherubim wohnt, Jerusalem kein Gott offenbarender Segen umstrahlt, und Jcruschalcm-Zion's Söhne von beiden fern ihre Aufgabe zu lösen haben — der jüdische Mann, der noch heute das Beste seines Geistes und seiner Gesinnung aus dem von Zion mitgeflüchtetcn Gotteswvrte trinkt noch heute sein Lebelang, wie einst als Knabe, ׳ als Jüngling, so auch als Mann und Greis nicht aufhört aus diesem Borne aller Erkenntnis; und aller Veredlung den Trunk seines Lebens zu schöpfen; der jüdische Mann, der noch heute mit Geist und Herz, mit Wort und Thal, mit Zeit und Geld Mitträger und Mitarbeiter ist in der Verbrüderung seiner Gemeine für den immer reinern und immer Völkern Aufbau eines jüdischen Lebens auf Grund jenes Gotteswortes, für Gestaltung einer jüdischen Wirklichkeit, in welcher alle die Heilesblüthen der חורה und עבורה und גמילות חסרים, sichtbar zu Tage treten: der Mann schöpft noch heute seinen Segen aus Zion, der blickt noch heute sein Lebelang auf Jerusalem's Heil und arbeitet an Jerusalem's Wiedererstehung, dem singt noch heute unseres Liedes Wort: יברכך ד'מציון וראה בטוב ירושלם כל ימי חייך ״es segne dich Gott ans Zion und sieh auf Jerusalems Heil so lange du lebst!"

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