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Jeschurun · 1866-12-01 · Heft 3 (Dezember 1866) · p. 101

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
13 (1866-1867)
Issue
Heft 3 (Dezember 1866)
Article
Risse
Date
1866-12-01
Page
101 (sequence 4)
Language
German
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101 Von S... wenn weine Frau etwas von mir will, so kann sie mir's selber sagen." ״Aber dazu kann sie sich eben nicht entschließen, und hat mich dcßhalb ersucht, die Sache mit dir zu ordnen." ״Die Sache — welche Sache?" ״Die Scheidung." ״Die Scheidung! ha, ha, ha, ha! Ich habe die Ehre ihnen einen guten Abend zu wünschen - Herr Blum." ״Bleibe!" rief Viktor, ihn am Arme zurückhaltend, ״wir müssen in's Reine kommen, deine Frau ist auch bereit ihre Freiheit zu erkaufen, wenn die Bedingungen unter denen du —״ ״Ach nenne keine Bedingungen und habe ihr nichts zu verkaufen, von Scheidung will ich nun einmal nichts hören." ״Aber es wird deiner Frau in der That unmöglich sein, zu dir zurückzukehren." ״So mag sie es bleiben lassen, ich bin kein Blaubart und kein Othello. Wenn ich mich auch nicht von ihr scheiden will, so kümmere ich mich doch nicht darnm wo sie sein will." ״Demnach verweigerst du Scheidung, willigst aber in Trennung." ״Ach willige in gar nichts, ich kümmere mich nur nicht darum wo sie ist. Ucbrigens so lange sie lebt bleibt sie meine Frau, das sage ihr." ״Ich werde es ihr mittheilcn — doch da dir der Aufenthalt der Mutter gleichgültig ist, so hat wohl auch der der Kinder keinen Werth für dich. Ich schlage deßhalb vor, sie zu ihrer Mutter zu senden, dir machen sie doch nur Last." ״Das ist wahr," crwtederte Philipp, ״und ich habe auch nichts — Aber nein," unterbrach er sich selbst, ״die Kinder bleiben, wo sie sind, sie sind in den besten Händen." ״Philipp!" ״Viktor." ״Was du auch immer für Grundsätze habe» magst, so kann ich mir doch nicht denken/ daß du deine Kinder der Obhut deiner —״ ״Genug," unterbrach ihn sein Schwager, ״ich habe über meine Kinder zu verfügen, und bestimme, daß sie bleiben sollen wo sie sind." Er machte sich zwar nicht viel aus dem Gerede der Leute, aber

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