Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 13 (1866-1867)
- Issue
- Heft 3 (Dezember 1866)
- Article
- Die pathologische Anatomie des Talmud
- Date
- 1866-12-01
- Page
- 88 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 93% known words query
- IRI
…/2932754-2932974-2932978-2950434--10372-2950470- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
וי 88 Die pathologische Anatoime des Talmud. ן erforschen war, in wie fern die nach dem Tode gefundene Organ- I -erkrankung die Lebensfähigkeit des Thieres in Frage gestellt, die!! mehr oder mindere Gefährlichkeit der gefundenen Krankheit zu er-? gründen, zu erforschen in wie weit der pathologische Prozeß bei Lebzeiten vielleicht einer Restitution zum Normalen fähig gewesen rc. k. j: Bet verschiedenen Befunden galt es die Entstehung zu ergründen, z. ׳ B. welchen Weg ein in den inneren Organen gefundener fremder . Körper genommen, ob und welche Organe er dabet durchbohrt. In andern Fällen war zu entscheiden, ob der abnorme Befund schon bei! Lebzeiten vorhanden gewesen, oder erst nach dem Tode entstanden sei. f Daß alle diese Punkte die nur aufs Gerathcwohl herausgegrif- | feil sind, nur auf dem Wege vielfältigster Erfahrung und Beobachtung entschieden werden konnten, und oft umfassende Studien und I Versuche verlangten, liegt auf der Hand. So finden wir denn s auch z. B. die verschiedenen Grade der Lungenhyperämie (Blutan- Häufung) besonders angeführt und dabet tresslichc, ganz mit unfern heutigen pathologischen Erfahrungen übereinstimmende Bemerkungen, : bei welchem Grade der Hyperämie das Lungengcwebe selbst inj takt bleibt und noch eine völlige Rückwandlung zum normalen Der-; halten möglich sei. Wir finden beim Pneumothorax (Durchbohrung i der Lunge und Austritt von Luft in die Brusthöhle) ganz dieselben ן diagnostischen Experimente angewendet, deren sich die Medizin noch heute bedient. Zur Entscheidung über die Entstehung gewisser Läsioneu vor oder nach dem Tode, sehen wir die alten Weisen des Tal- } mnds in ächt wissenschaftlicher Weise den Versuch machen, eine ähnj liche Verletzung an der Leiche hervorzubrtngen; von der durchaus j richtigen Voraussetzung ausgehend, daß die vor dem Tode gesetzte { Läsion durch die noch bestehende Vitalität der Theile ganz andere Ernährungsstörungen ergeben würde, als nach dem Erlöschen dieser Vitalität im Tode. Wir sehen sie Beobachtungen anstellen über die! Metamorphosen des Blutfarbstoffes, wie die eine Färbung sich nach und nach aus der andern entwickelt rc. rc. Alles Punkte die vom höchsten Jntresse für die medizinische Wissenschaft und speciell für die pathologische Anatomie sind. Und schon diese wenigen Punkte, die wir in diesen einleitenden Bemerkungen nur hindeutungswetse hervorzuheben uns erlauben, zeigen hinlänglich, welch gründliche Studien das Gebiet der verschiedenen pathologischen Befunde, der sog.