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Jeschurun · 1866-12-01 · Heft 3 (Dezember 1866) · p. 80

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
13 (1866-1867)
Issue
Heft 3 (Dezember 1866)
Article
Die fünfzehn altjüdischen "Aufwärts"-Lieder
Date
1866-12-01
Page
80 (sequence 8)
Language
German
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86 Die fünfzehn altjüdischen ,.Aufwärts"-Lieder. 1. Wenn Gott, singt unser Lied, das Werk der Menschen nicht fördert und schirmt, so ist alle Thätigkeit der Menschen vergebens, mag es sich um Gründung und Erhaltung eines einzelnen Hauses, mag es sich um Schutz und Sicherheit einer ganzen Stadt handeln. Der Einzelne wie die Gesammtheit können nur bas ״das Ihrige" thun, können, so weit ihre Kräfte reichen, den beabsichtigten Zweck nnr vorbereiten, haben aber mit dem Aufwand aller ihrer Kraft den Erfolg nicht in Händen; sie streuen die Saat, daß sie aufgehe und gedeihe, steht bet Gott. 2. Das Bewußtsein dieser Unzulänglichkeit aller menschlichen Bemühungen raubt den gewöhnlichen Menschen Schlaf und Ruhe, macht ihr Leben zu einem Leben voller Sorgen und verbittert ihnen selbst den Genuß des bescheidensten Stückchen Brodes, das sie errungen- Dasselbe Bewußtsein enthebt aber Den, der sich als 'ידיד ד fühlt, (ידיד ist ein passiver Begriff), der sich gleichsam der ״Freundschaft" Gottes bewußt ist, aller Sorge». Er weiß, daß Gott an allen seinen Sorgen thcilnimmt, weiß, daß Gott von den unzulänglichen Kräften des Menschen nur das Mögliche verlangt, um batm seinerseits das Uebrige zu thun. Und eben weil er weiß, daß, wenn er auch gleichsam in Leistung des Unmöglichen sich ausreiben würde, er dennoch des Alles bedingenden Beistands und Segens ״seines Freundes" nicht entrathen könnte, ■ so bleibt er mit Sorgen und Mühen in den Schranken des Mögliche», kennt nur die Eine Sorge: Pflichtgetreu das Seinige zu thun, und hat er das Seine gethan, so ist er mit seinen Sorgen zu Ende. Wo der Andern Sorge beginnt, da endet die seine, und eben Das, was den Andern Schlaf und Ruhe raubt, giebt ihm, dem sich der Liebe Gottes Bewußten, die Ruhe. 3. Selbst Kinder, so ganz geeignet, die Sorge des Mannes nicht nur an Umfang zu vergrößern, sondern in buchstäblichem Sinne zu einer endlosen zu machen — wächst doch nicht nur mit jedem Kinde die Zahl der Wesen, die der Fürsorge des Mannes bedürfen, sondern reicht durch die Thetlnahme für die Zukunft von Kindern und Enkeln in der That in unbegränzte Ferne — selbst Kinder erfüllen ihn nicht mit nie zu beschwichtigender Sorge. Söhne sind ihm ״von Gott überwiesenes, für Gott zu verwaltendes Erbtheil", und

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