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Jeschurun · 1866-12-01 · Heft 3 (Dezember 1866) · p. 78

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
13 (1866-1867)
Issue
Heft 3 (Dezember 1866)
Article
Die fünfzehn altjüdischen "Aufwärts"-Lieder
Date
1866-12-01
Page
78 (sequence 6)
Language
German
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78 Die fünfzehn altjüdischen ״Aufwärts"-Lieder. I Bruder den mit dem GotteSverspruch an sie Gewiesenen erkannte, dem zuvorkommend, opferfreudige Hülfe zu leisten jeder von Gott gespendete Groschen göttliche Anforderung brachte, die Nichts ausschließlich für den egoistischen Verbrauch, die in Allein den der Bruderliebe geweihten Zehnten erkennen ließ, und jeden besitzenden Juden zum | Almosenier einer durch eigene Pflichtbeiträge sich bildenden ,,Armen-- kaffe" bestellte, woraus sich jener jüdische Wohlthätigkeitsstnn erzeugte, ij der, zum Wunder einer staunenden Welt, das von der Welt zum j Proletarier verurth eilte Volk, das Einzige ftin ließ, in welchem kein f wirkliches Proletariat mit all dem Gefolge physischer und sittlicher s Verkommenheit aufkommen konnte. s Sie hatten die Saat jener jüdischen ״Barmherzigkeit und allweiten Menschenliebe" zu streuen, die jeden ächten Juden als den - Sohn Abrahams, und jedes jüdische Haus als im Geiste jenes Mannes gebaut charakterisirte, der vor seinem Zelte im Sonnenbrand saß, um an fremden Wanderern das Gebot der Menschenliebe zu üben; die das jüdische Herz zum allgemeinsten Mitgefühl stimmte, und die jüdische Hand zur immer bereiten Spende öffnete, an die nie umsonst die Noth appellirte, und die, während die Welt sie im Dulden die Ersten sein ließ, ihrerseits immer im Helfen die Ersten waren, wo und von Wem auch der Ruf nach Hülfe ergehen mochte. Sie hatten mit ihrem Geschicke und ihrer unerschüttert ausharrenden Geduld, mit ihrer unwandelbaren Hoffnung auf die einstige Erleuchtung der Völker, die Saat der ״Gleichberechtigung" aller Menschen zu streuen. Machtlos, jedem Belieben einer leidenschaftlichen Willkür preiögegeben, standen sie mit ihrem menschenrechtlichen Anspruch harrend an der Pforte der Mächtigen, an dem Wege der Völker, wiesen, sei es mit stumm beredter Bitte, sei es mit lantberedtem Worte, immer wieder und wieder auf die Magna Charta der Menschheit hin, nach welcher Gottes die Erde und jedem Menschensohn mit von Gott geschenktem Hiersein das Recht auf unverkümmerte Entfaltung eines rechtlichen Lebens verbrieft ist, und mit ihrer stummberedten Bitte und ihrem lautberedten Wort hatten sie das Rechtsbewußtsein wach zu rufen, an dessen allgemeinster und durchgreifendster Bcthätigung die Erlösung aller Gedrückten hängt. 6. Und wenn nun einst diese Saaten, die sie mit Thränen gesäet, gleichzeitig mit ihrer Erlösung und ihrer Rückkehr nach

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