Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 13 (1866-1867)
- Issue
- Heft 2 (November 1866)
- Article
- Die fünfzehn altjüdischen "Aufwärts"-Lieder
- Date
- 1866-11-01
- Page
- 37 (sequence 5)
- Language
- German
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4. Der Hohn. 37 wohnenden göttlich verbrieften Berechtigung, sondern nach dem Maße kärglich zumesscn lassen mußte, das dem vermeintlichen Interesse der Andern wucherte, das die Hand segnen mußte, die es feindselig in Barackengassen pferchte und ihm damit unbewußt eine Znfluchtstätte, das hohe Glück eines heimischen Heerdes, eines Sü'ickchen Erde schenkte, wo die Wiege der Kinder schaukelte und die Särge der Eltern ruhten, und dem selbst diese enge, düstere, der Vergessenheit geweihte Heimath nicht gegönnt ward, das vielmehr in seinen Ghettikerkern keinen Augenblick des nächsten Augenblicks gewiß und sicher sein durfte — wie sollten sie, die Glücklichen, die ״Schaanamim", die Znknnftsichern, die durch ihre eigene Macht gegen jeden Störensried Gerüsteten, des Volks nicht spotten, das Volk nicht mit höhnendein Gelächter übcrschüitcn, dessen unglückseligstes Helotcngcschick den lächerlichsten Contrast zu dem besonder!! Gottesschutz und dem besonder!! Gottessegcn zu bieten schien, dessen thcilhastig zu sein es trotz Allem sich zu rühmen nicht unterlassen wollte! Daß eben dieses Helotengeschick dennoch der lauteste Zeuge eines besonder!! Gottesschutzes war, an dem sich die gegen dieses Volk zusammenbeschworene Vernichtnngswuth des Hasses aller Völker vhnmächtig brach, und daß sic bei diesem Helotcnschicksal doch in ihren Ghettohöhlen eines Glückes, eines Friedens, einer Seligkeit, einer geistig sittlichen Lebensfreude, cincs beglückten und beglückeuden Menscheu-, Familien- und Gemeindclebcns theilhaftig waren, das iiin so lauter ihnen als der besondere Gottessegen und als die segnende Kraft des ihnen für die Menschheit anvertrauten Schatzes des göttlichen Gesetzes sich ankündigte, je ärmer sie sich an andern Segensguellen wußten und je mehr ihnen dieses Gottbewußtscin und dieses Gotteswort als das einzige G!!t dastand, das sie unverlierbar ihr eigen neunen und unverlierbar ihren Kindern vererben konnten — davon freilich hatten die höhnenden Glücklichen in ihrem geblendeten Nebermnth keine Ahnung. Aber Kraft und Beistand, und vor Allem ״Chen" und ״Chauiua", des Bewußtseins göttlichen Wohlgefallens und der göttlichen Spende geistiger und sittlicher Begabung, geistiger und sittlicher Encrgie und Schnellkraft, bedurften die auf Erden Geächteten und Derhöhnten zur fiegrcichrn Vollendung ihres prüfuugsrcichcir Ganges durch die Geschichte.