Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 13 (1866-1867)
- Issue
- Heft 2 (November 1866)
- Article
- Die fünfzehn altjüdischen "Aufwärts"-Lieder
- Date
- 1866-11-01
- Page
- 35 (sequence 3)
- Language
- German
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4. Der Hohn. 85 fein werde, an welcher die Verwirklichung dieses Gesetzesstaates im jüdischen Kreise scheitern, der Staat in Trümmer gehen und das Gotteögesetz seine göttliche Kraft zuerst eben in Zertrümmerung des untreu gewordenen Staates und in Hinausgeleitung der Söhne seines Volkes und in deren Erhaltung in Mitte der Völker bewähren werde. Was es nicht als Jissrael geworden, sollte es als ״Jisreel", als die weithin ״ausgestreute Gottessaat" werden: Zeuge und Denkmal für die Gegenwart Gottes in der Weltgeschichte und für die beseligende Wunder-Macht eines mit Geist, Gefühl und That nur in Sein Gesetz aufgehenden Lebens. Im Glück konnte der nicht zum vollen Durchbruch gelangende Strahl dieses Gesetzes von dem ganzen staatlichen Zubehör materieller Potenzen überwuchert werden. Das exilirte Jisreel hatte nichts als״ dieses Gesetz, und dies allein genügte um es mit seinem Lichte zu durchgeistigen, mit seiner Gluth es lebenswarm zu halten und auf den Fittigen seiner Wundermacht cs siegreich emporzutragen über alle Roheit der Zeiten, die sein inneres, und über allen Fanatismus der Völker, die sein äußeres Leben bedrohten. Das ist die Gottes- und Gesetzes-Heroldschaft des wandernden Exilvolkes in der Geschichte. Es bleibt in diesem Extle ״Ebed" und ״Schipcha", Knecht und Magd des großen Gottes-Werkes an der Menschheit, ״Knecht" für die schmerzensreiche Arbeit in seiner äußeren Stellung zu den Völkern, ״Magd" für die freudenreiche Lösung seiner Lebensaufgaben in dem Innern seiner Häuser, Familien und Gemeinden. Aber in dieser Knechtesgestalt konnte es nur ״Verachtung und Hohn", ״Bus und Laag", von seinen Mitwallern auf Erden erwarten, und es war diese Verachtung der bitterste Tropfen in dem Kelch seines Leidens. Von dem, worin die Völker, in deren Mitte es htnausgestreut worden, den Glanz und den Ruhm, den Werth und die Bedeutung der Nationen setzen, hatte es Nichts auszuweisen; passiv, ja negativ verhielt es sich zu den meisten dieser Potenzen, und für Das, was es, zum einstigen Rettungsheile der Völker selbst, als Kleinod in seinem Innern barg und als sein Heiligthum mit seinem Herzblute vertheidigte, hatten die Völker kein Auge und kein Verständniß — sie mußten es verachten und haben es verachtet. Sein Scepter lag 3*