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Jeschurun · 1866-08-01 · Heft 11-12 (August 1866) · p. 401

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
12 (1865-1866)
Issue
Heft 11-12 (August 1866)
Article
Risse
Date
1866-08-01
Page
401 (sequence 7)
Language
German
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Von S,,. 401 ״O wie glücklich bist Du Rosa, Du weißt es gar nicht, wie so glücklich Du bist," flüsterte Jda, und eine Thräne füllte ihr Auge. ״O, ich weiß es sehr wohl wie glücklich ich bin," versetzte Rosa, ״aber oerzeih mir liebe Jda," fuhr sie mit leisem Vorwurf fort, ״ich glaube, daß Du, in Deiner jetzigen krankhaften Stimmung, das Glück das Dir geworden nicht genug würdigst, denn wie ich von Viktor, der Deine Kleinen kennt, erfahren, so hast ja auch Du ganz prächtige Kinder. Und hat es auch in dem Rathschluß des Allmächtigen gelegen, eines Deiner lieben Kinder wieder zu sich zu nehmen, so bist Du doch, ich weiß es, von ganzem Herzen Jüdin, und weißt Dich in Ergebung Seinem heiligen Willen zu lügen, und ich glaube Du solltest auch Trost finden können bet dem Gedanken an deine übrigen Kinder, die gewiß — " Sie hielt tune und bereute von Herzen was sie gesprochen,, denn das bleiche Gesicht ihrer ׳Schwägerin war noch bleicher geworden, ein fürchterliches Zittern hatte sich ihrer bemächtigt, und wie im Fieber schlugen ihre Zähne an einander. Wäre nicht glücklicherweise eine Bank in der Nähe gewesen, Rosa hätte sich außer Stande gesehen, sie aufrecht zu erhalten. Endlich, nach mehreren Minuten, erholte sie sich so weit, daß sie gestützt auf Rosaus Arm, den Heimweg fortsetzen konnte. Sie eilten so viel als möglich, denn es dunkelte bereits stark. Edmund hatte sich inzwischen zu Hause längst restaurirt und schon alle seine Schätze ausgekramt und geordnet, aber Mutter und Tante kamen noch immer nicht. — Der Abend brach herein, es fing an, recht kühl zu werden, der gutmüthige Knabe machte sich Borwürfe, daß vielleicht durch seine Schuld die Damen länger als sonst im Freien weilten, er wollte wenigstens dafür sorgen, daß sie bei ihrer Heimkunft es recht behaglich fänden. Er zündete die Lampe an, ließ die Theemaschtne hereinbringen, und ordnete so gut es ihm gelingen wollte, alles dazu Gehörige auf dem Tische. Schon hörte er die Erwarteten aus dem Corridor, als er, um sein Meisterstück zu vollenden, noch rasch eine gehörige Quantität Theo in die Kanne schüttete und siedendes Wasser darüber goß, dann sprang er zur Thür, die er weit aufriß und bewillkommte die Hereintretenden mit muthwilliger und doch inniger Zärtlichkeit und bemühte sich, ihnen 26 ,

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