Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 12 (1865-1866)
- Issue
- Heft 11-12 (August 1866)
- Article
- Jüdische Kalender-Phantasien
- Date
- 1866-08-01
- Page
- 362 (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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Jüdische Kalender-Phantasien. 362 Der Geist dieses Festes, das den Schwerpunkt alles Völkerllebens in die Hütte, in das unter Gottes Schul) nach Gottes Wilen zu vollendende Familienleben legt und allem staatlichen Zubehör nur so viel Werth und Geltung zuerkennt, als es dieses Menschliche z im Menschen fördert und nicht umgekehrt verzehrt, — nur dieser ׳ Geist konnte das Wort diktirt haben, und nur in einem, von ihm durchwehten Volke konnte es gesprochen und verstanden werden, das! in der freudelosen Kinderlosigkeit unseres ersten Kriegsfeldherrn eine s gerechte Strafe für das Vergehen erblickt, daß er Einmal zum s Zwecke seiner Kricgsoperationen unnöthigerweise das Familiens leben gestört — der Geist dieses Festes, das uns den Gott zugek wandten Gebrauch aller Güter und Gaben zum eigenen und Gesammtheile und mit solchem Streben den friedvollen und freudevollen Bau unserer Hütten unter dem Gottesschuhe, das uns die Gewinnung der Ewigkeit im flüchtigsten Erdendasein und die schon hiniedige Glückseligkeit im flüchtigsten Erdenwallen lehren will, dieser Geist ist so sehr nicht nur zum Tröster unglücklicher Zetten, sondern zum einzigen Gründer und Erhalter der glücklichsten Zukunft auf Erden bestimmt, daß unser Prophetenbnch das große Wort enthält, welches die Gewinnung der Gesammtmenschheit für den Geist dieses Hüttenfestes als Ziel der ganzen nun bald viertausendsährigen Menfchengeschichte ausspricht. Wenn einst die letzte Völkerschlacht auf Erden geschlagen sein wird, dann werden, spricht Sacharias, alle übrig bleibenden Völker Jahr für Jahr hinaufpilgern sich dem Könige Gott Zebaoth niederzuwersen und das Hütteusest zu feiern. Mit dem himmelanstrebenden Thurmban menschlicher Machtgröße begann diese Geschichte, an dem nimmer gelingenden und immer auf's Neue versucht werdenden Bau dieses Thurms menschlicher Glorie arbeitet die Geschichte, und sie endet damit, Gott die alleinige Größe und Macht,! ihm die alleinige Herrschaft und Majestät zuzuerkennen und der; Menschen und Völker beglücktes und beglückendes Theil in dem be-! schetdenen Hüttenbau unter Seiner schützenden Waltung einzusehen.! Die ganze Geschichte ist nichts als der Kampf des ״Dachgiebelsystems" j — גג מגג — gegen das ״Laubhüttenschutzprincip" — ,סוכר — aber die Suckah ist Sieger. So überläßt das Judenthum allen andern Religionen die Prä-