Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 12 (1865-1866)
- Issue
- Heft 10 (Juli 1866)
- Article
- Jüdische Kalender-Phantasien
- Date
- 1866-07-01
- Page
- 322 (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
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322 Jüdische Kalender-Phantasien. Sabbath läßt auch die Nahrung nicht als ״der Natur und der Menschenconcurrenz abgekämpften Siegerpreis", sondern als ״Manna," als ״von Gott Zugetheiltes" begreifen, von Gott, der dem in seinem Dienste Arbeitenden die Mittel zu Dasein und Kraft nie versagt und sie eben um den Preis der ״Ihm huldigenden Arbettseinstellung" für immer verheißen. Drei Columnen hat mein Büchlein, die jüdischen Wochen- und Monats-Säulen und die Daten des bürgerlichen Jahres. Es sind Pies drei selbstständige von einander durchaus unabhängige Zeitkreise, die sich keineswegs decken, oder in einander also äufgehen, daß die Woche nur als ein Theil des Monats und der Monat als ein Theil des Jahres zu begreifen wäre. Es besteht der Monat nicht aus einer ganzen Zahl von Wochen und es besteht das Jahr, das ächte Sounenjahr, dessen unächte Theile die bürgerlichen Monatsdaten der dritten Columne angeben, nicht aus einer ganzen Zahl ächter Monate. Es sind ja nur unsere Monate ächte, durch den Mondumlauf bestimmte Zeitkreise, während die bürgerlichen Monate nur eine willkürliche Zwölftheilung des durch den Sonnenlauf, oder vielmehr den.Umlauf der Erde um die Sonne bestimmten Jahres sind. Der Jude hat ächte Wochen, ächte Monate und ei» unächtes Jahr. Die nichtjüdischc Welt hat ächte Jahre, aber unächte Wochen und Monate. Es liegt viel Charakteristisches in diesem Kalendergegensatz. (Fortsetzung folgt.)