Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 12 (1865-1866)
- Issue
- Heft 9 (Juni 1866)
- Article
- Noch ein Wort in Angelegenheit der Wahl eines Grand Rabbin von Frankreich
- Date
- 1866-06-01
- Page
- 282 (sequence 2)
- Language
- German
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282 Noch ein Wort in Angelegenheit der Wahl Oder wenn auch nur die bürgerliche Existenz, die bürgerliche Ehre, der rechtschaffene Besitz, der reel'ischaffene Name bedroht ist, dann ist der der schlechte Mann, der sorglos das theucr Errungene preisgiebt, der nicht den Muth hat, Mann gegen Mann dem Raub an Gut und Ehre entgegenzutreten und mit Aufgebot aller Energie sich das rettend zu erhalten, was des Mannes Wirken bedingt und was des Mannes Wirken lohnt. Und wenn den großen Gütern unserer jü dischen Gesammtheit der Krieg gekündet ist, dürften wir feiern? Wenn der Feind an die Thore unserer jüdischen Heiligthümer bringt, dürften wir sorglos bleiben, dürften dem Schrei unserer Gesammtmuttcr, dürften dem Angstruf nuferer Religion die Ohren verschließen, die uns aufrust, zu den Waffen des Geistes und des Männerwortes und der Manncrthat zu greifen und mit dem Einsatz und der Hingebung aller unserer Kraft in die Breche zu treten, auf, daß vor dem Anblick männlicher Entschlossenheit und vor dem Blitz der hochgehobencn Standarte der Wahrheit und des Rechts, der Pflicht und des Ge- Wissens, die heranschleichenden Feinde der Gotteöburg zurückschrecken? Und wenn das jüdische Leben unserer Kinder in Gefahr ist, wenn es der jüdischen Zukunft unserer Kinder gilt, wenn ihnen das verloren gehen soll, wofür uns Gott unsere Kinder gibt, wofür er uns mit Vaterfreuden beglückt, wofür er uns ihre Wiegen betten, ihr Leben Pflegen und erhalten lässt, wofür fle geboren werden, wozu wir sie erziehen sollen und wodurch erst ihr Leben Werth und Bedeutung, Weihe und Ziel, Heiligung und Heil gewinnen soll, wenn das Leben ihres Lebens bedroht ist, dürfte das uns völlig unbekümmert lassen, dürften wir den Ausgang dem Ungefähr, der zufälligen Gewissenstreue oder Gewissenlosigkeit Anderer überantworten, dürsten wir uns nicht Alle schlechte Väter schelten müssen, wenn wir nicht Alle, Alle mit dem wachesten Auge, mit der wachesten Sorge und mit dem glühendsten Eifer schon um unserer Kinder willen, den Kampf mit Allem beständen, waS nur ihre Zukunft bedroht? Und wenn man uns unserer heiligsten jüdischen Besitzthümer, unserer heiligsten verbrieften Rechte berauben will, wenn man uns die Güter entreißen will, die Gott nicht irgend dem und jenem Gefirmelten, die Gott jedem jüdischen Manne anvertraut, für die er instehen soll, aus dem er den ganzen Fond seines hieniedtgen Wir-