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Jeschurun · 1866-04-01 · Heft 7 (April 1866) · p. 225

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
12 (1865-1866)
Issue
Heft 7 (April 1866)
Article
einige Andeutungen über den hebräischen Unterricht als allgemeines Bildungselement in unserer Schule
Date
1866-04-01
Page
225 (sequence 17)
Language
German
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als, Mein. Bildungsele-nM in unserer״ S chnle. . M Schritt für Schritt die lebendigste Reproduktion des in ihnen diSkursiv Vorgedachten erfordert. Das Perständnißdieser Schriften ist die formell und real bildendste Denkschule, und um so bildender, da ihre Gegenstände nur die realen Verhätnisse des wirklichen Lebens sind. In ihnen erhalten die in der ״Schrift" niedergelegten Normen erst die Schärfe der Präcisiyn und den Reichthum der Anwendung. Ihre Form ist eine solche, baß der jugendliche Geist fortwährend geübt wird, aus synthetisch gegebenen Sätzen analytisch das zu Grunde liegende Princip zu finden, ein gegebenes oder gefundenes Princip auf neue analoge Fälle synthetisch.anzuwenden, in scheinbar Analogem daS unterscheidende Disparate, in scheinbar Dtsparatem das analoge Gemeinsame zu erkennen. Kurz, wenn wir in der Aneignung des hebräischeu Wortschatzes eine Schule der Begriffsbildnng erblicken zu dürfen glaubten, so haben wir im talmudischen Unterricht die bildungsreichste Schule denkgerechten und sittlichen Urtheils. Und dabei waltet in diesem Allem bei aller Klarheit der Anschauung, bei aller logischen Schärfe, bet aller Pracision des Ausdruckes eine solche sittliche Dahingebung an den Gegenstand, die die Wahrheit und nur die Wahrheit will, daß der jugendlichen Seele keine edleren Vorbilder geistigen Strebens zu wünschen sein können. Wenn, seitdem der humanere Geist des Jahrhunderts den Söhneu des jüdischen Volkes die Pforten des öffentlichen Lebens eröffnet, sie sich eben nicht als die geistig Minderbegabten bewährt, wenn vielmehr bereits nach verhältnißmäßig wenigen Decennien europäische Völker und Staaten jüdische Männer m geistiger Ebenbürdigkeit auf fast allen Gebieten der Wissenschaft und Kunst, des bürgerlichen und politischen Lebens freudig begrüßen, so hat au diesem Siege des von den Völkern bis dahin unbeachtet gebliebene», und darum, wie sie meinen mochten, vernachlässigten jüdischen Geistes keinen geriiigen Antheil eben die Pflege, welche die von uns angcbeutete jüdische Nationalliteratur hinter den vom Fanatismus erbauten Ghetti-Mauern in allen Schichten des jüdischen Volkes gefunden. Sie ist die Mutter jener geistigen Begabung, die die Ghetti-Gebornen aus ihre Söhne und zum Theil auf ihre Enkel zu vererben vermochten. Wenig aber bedenken diese glücklicheren Söhne und Enkel was sie thun, wenn sie ihren Söhnen und Enkel» mit dem jüdischen Leben auch

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