Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 12 (1865-1866)
- Issue
- Heft 7 (April 1866)
- Article
- einige Andeutungen über den hebräischen Unterricht als allgemeines Bildungselement in unserer Schule
- Date
- 1866-04-01
- Page
- 210 (sequence 2)
- Language
- German
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210 Einige Andeutungen über den hebe. Unterricht sich einander als Gegensätze beschränkenden, ja nach der Meinung Einiger aufhebenden Elemente seien in Wahrheit nichts Anderes, als die einander innig verwandten, ja sich gegenseitig ergänzenden Theile eines großen einheitlichen Btldungsganzen, das, ebenso wie «S im Leben sich zu der harmonischen Einheit eines geistig und sittlich gebildeten Juden, eines geistig und sittlich jüdisch gebildeten Menscheu und Bürgers gestaltet, also auch in der Pflanzstätte für das Leben, in der Schule, sich einer einträchtigen, es in seinen beiden Elementen gegenseitig tragenden und ergänzenden Pflege zu erfreuen haben dürfte. Daß die Elemente der jüdischen Bildung einen weit größeren Aufwand von Zeit und Kraft als der Religionsunterricht in andern Schulen in Anspruch nehmen, liegt in der Natur ihres Wesens. Während z. B. das Christenthum sich wesentlich als ein Element religiöser Bildung begreift, das in der Gestaltung der Kirche seine Verwirklichung und konkrete Erscheinung begrüßt, ist das Judenthum ein volkbtldendcö Element; die jüdische Nation in ihrer ganzen geschichtlichen Erscheinung ist sein Produkt und die nationale Arbeit aller Jahrhunderte eines ganzen Volkes liegt in seinem Schriftthum da. Die hebräische Literatur gehört im jüdischen Kreise nicht der Theologie an. Sie ist die jüdische Nationalliteratur wie die griechische die des hellenischen Volkes, wie die deutsche die der deutschen Nation. Nun wird es wohl möglich sein, ein Glaubens shstem in seinen wesentlichen Hauptsätzen zusammenzusassen und es in einigen wöchentltchen Stunden, in stufcnmäßigem Fortschritt mit hinreichender Vollständtgkeit zu lehren, und dies um so mehr, je mehr das zu lehrende System Sätze des Glaubens von himmlischen Dingen, transcendentale Wahrheiten enthält, und je weniger es sich um ein Begreifen menschlicher, irdischer Verhältnisse, der Stellung des Menschen aus Erden und seiner Lebensentsaltung im irdischen Dasein handelt. Das was dem menschlichen Bewußtsein von himmlischen Dingen über- Haupt zugänglich ist, ist einfach wie sein Gegenstand: Gott. Die Lehre aber von dem Menschen und den menschlichen Dingen ist manntgsach und beziehungsreich wie das Lcbeu. Schwieriger wird es daher schon, wenn das System weniger menschliche Ueberzeugungen von Gott und von göttlichen Dingen, als göttliche Lehren und Gebote von dem Menschen und den menschlichen