Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 12 (1865-1866)
- Issue
- Heft 6 (März 1866)
- Article
- Deutschland : Frankfurt [Nachricht]
- Date
- 1866-03-01
- Page
- 205 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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205 halten, — das wäre der Würde des Hauses nicht angemessen. Ein Gesetz, möchte ich, zwar nicht mit diesem verbunden, aber parallel für denselben wünschen «nd dies ist ein Einwanderungsgesetz (Beifall). Doch wünschte ich dieses nicht bloS auf die Israeliten, sondern überhaupt auf alle Einwanderer ausgedehnt. Wenn das Haus dieses Prinzip theilt (allgemeine Zustimmung), behalten wir den Ausdruck: ״Bürger des Vaterlandes" bei, indem wir darunter jeden Einwohner Ungarns verstehen, wenn er auch bisher weniger Rechte genossen, welche Rechte wir ihm aber nunmehr geben'wollen; auch halte ich diesen Ausdruck für viel edler, als wenn wir sagen würden ״Einwvhner" (Lebhafter Beifall). Nach dieser Erklärung, welche vom Hause mit allgemeiner Zustimmung ausgenommen wurde, zog Manojlawtes sein Amendement zurück. (P. Ll.) t. Frankfurt. Folgende dem im ״Occid." enthaltenen 1״. Iahresbexicht der Gesellschaft zur Gründung eines jüdischen Hospitals in Philadelphia" entnommene Daten, dürften für die Juden in Deutschland ein doppeltes Interesse gewinnen. Es ist in jüngster Zeit bei der mehrerorts hervorgctrctenen Tendenz der Zeit auf consegueute Trennung von Staat und Kirche, deren Durchführung für die israel. Gemeinden u. A. auch die Aufhebung des staatlichen Zwanges zur Angehörigkeit an den Gemeindeverband zur Folge haben würde,, die Befürchtung geäußert worden,, als erwachse hieraus Gefahr für den Fortbestand der jüdischen Communal-Wohlthätigkeitspflege. — In der großen Republtck jenseits des Oceans herrscht ein solcher staatliche Zwang nicht; wir sehen dort in den bedeutenderen Städten die größte Mannigfaltigkeit an jüdischen Gemeinden und Vereinen; und diese Mannigfaltigkeit scheint auch eine ebenso große Zerklüftung, ebenso mannigfache Färbung und Modificirung der religiöscn Anschauungen zu repräscntiren. — So beklagenswerth diescs Faktum an sich auch sein mag, so sehr es insbesondere zu bedauern sein würde, wenn cs wahr ist, daß, — wie eine jüngste Flugschrtft ans Amerika mittheilt — dort selbst in Kreisen, die dem sog. orthodoxen Judenthume angchören mochten, eine so große Unklarheit über die Anforderung des alten, wahren Jndenthmns herrscht — so darf doch der vorliegende Fall einer Gründung eines jüdischen Hospitals als erfreuliches und bedeutsames Zeichen gelten, daß zu jüd. Communalwohlthätigkeitszwecken alle diese verschiedenen Gemeinden bereit sind, viribus unitis hilfreichen Beistand zu leisten. — Dem Berichte geht ei» kurzer Rückblick auf die Entstehung dieser Anstalt zuvor. Im August 1864 wurde deren Gründung vorbereitend in Angriff genommen. Durch eine besondere Aufforderung, ausgehend von einem dortigen jüd. Vereine, wurden alle in Philadelphia existiren-