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Jeschurun · 1866-03-01 · Heft 6 (März 1866) · p. 203

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
12 (1865-1866)
Issue
Heft 6 (März 1866)
Article
Deutschland : Frankfurt [Nachricht]
Date
1866-03-01
Page
203 (sequence 2)
Language
German
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203 terlandes ohne Unterschied des religiösen Bekenntnisses gesichert sein. Zu Alinea 35, welche den Passus enthält: ״von den Grund- Prinzipien der Verfassung ausgehend, wird Gerechtigkeit und Billigfeit gegenüber allen Klassen der Staatsbürger ohne Unterschied der Religion und Sprache immer die Richtschnur unseres Wirkens bleiben," — hatte übrigens Manojlovies noch ein zweites Amendement eingereicht. Er beantragte nämlich, statt der Worte ״a hon polgarainak" (der Staatsbürger oder der Bürger des Vaterlandes) die Worte ״a haza lakosainak" (der Bewohner des Vaterlandes), z« setzen. Er mottvirte sein Amendement mit folgender Rede: Dieses Amendement habe ich, geehrtes Haus, zur Beruhigung jener Volksklasse etngebracht, welche darum, weil sie denselben lebendtgen Gott, nicht nach der Weise des christlichen Bekenntnisses verehrt, vollkommen vom Genüsse der bürgerlichen Rechte ausgeschlossen ist, ich meine die in diesem Lande lebenden Israeliten. Ich chill cs zwar glauben und glaube cs auch, daß die Absicht besteht, die in Alinea 35 zugesicherte Gleichberechtigkeit aller Bürger des Vaterlandes auch aut die Israeliten auszudehnen. Aber da nach meiner unmaßgeblichen Meinung unter der Benennung ״Bürger des Vaterlandes" staatsrechtlich nicht sämmtliche Bewohner des Landes, sonderu nur jener Theil des Volkes verstanden wird, der da er die Lasten trägt, auch im Vollgenuffe der bürgerlichen Rechte des Volkes, und da bei der jetzigen Stellung der Israeliten sie kaum unter dem Namen ״Bürger des Vaterlandes" begriffen werden können, halte ich es für zweckmäßiger, daß statt ״Bürger des Vaterlandes" die von mir beantragte Benennung ״sämmtliche Bewohner des Landes" gebraucht werde. Denn nur durch einen solchen Univcrsalbegriff kann dem Vorurthetle begegnet werden, als bezöge sich Alinea 35 bloGauf die Bewohner der gesetzlich rezipirten Kulte. Hierauf erhob sich Franz Deak und sagt: Geehrtes Haus! Zn der in Rede stehenden Alinea kommt der Ausdruck vor: ״die Bürger des Vaterlandes ohne Unterschied der Sprache, der Religion." Ich wünsche nicht, daß Sie hier eine neue Idee verborgen glauben, ich will vielmehr die Idee deutlich aussprechen, welche in derselben enthalten ist. ׳Was erstens der Ausdruck: ״Bürger des Vaterlandes" anbelangt, .so glaube ich, daß jeder Einwohner Ungarns, gleichviel welcher Religion oder Nationalität er angehore, ״Bürger des Vaterlandes" ist, folglich auch die Jsracliien, welche sich in Religion von den übrigen Bürgern unterscheiden, und denen die bisherigen Jnstitutionen ihrer Religion wegen, weniger Rechnung trugen als den übrigen Bürgern.

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