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Jeschurun · 1866-03-01 · Heft 6 (März 1866) · p. 182

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
12 (1865-1866)
Issue
Heft 6 (März 1866)
Article
R. David Nieto's Begründung der Tradition
Date
1866-03-01
Page
182 (sequence 6)
Language
German
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182 R. David Nieto's Begründung der Tradition. buchstäblich genommen werden kann, so ist auch das im Gesetze über die Ehescheidung vorkommende Wort idcr, nach dem man glauben sollte, daß der Scheidebrief nur auf Pergament geschrieben werden darf, nicht buchstäblich aufzufassen, sondern bleibt die Wahl eines jeden zum Schreiben geeigneten Stoffes anheimgestellt. K. Und womit wirst buchte den Nasir betreffende traditionelle Bestimmung begründen? CH. Mit dem auf denselben sich beziehenden Schristworte: ״Er ״lasse frei wachsen das Haar seines Hauptes" (4. B. M. 6, 5); hieraus folgt, daß für den Nasir jede Art von Haarentfernung verboten ist, ob nun dieselbe mit der Hand oder mit irgend einem Instrumente oder mit Salbe vorgenommen wird 7). K. Deine Erörterungen sind so einleuchtend, daß ich überzeugt bin, daß Niemand dieselben zu widerlegen im Stande sein wird. Wenn aber der einfache Wortstnn der Schrift mit dem überlieferten Gesetze im Einklänge steht, warum gaben unsere Weisen einen An- Haltspunkt zur Opposition, indem sie sagten, daß die Tradition den Schriftvers modifizirt, obgleich doch auch hinsichtlich der angeführten Stellen, wie du gezeigt, der Wortsinn des geschriebenen Gesetzes.und die Tradition in der Wirklichkeit mit einander übereinstimmend CH. Weil es bei einer oberflächlichen Betrachtung den Anschein hat, daß die Thora an den angeführten Stellen mit ausschließender Genauigkeit sich ausspricht, und die Tradition das hinzufügt, was im geschriebenen Gottesgesetze nicht klar bezeichnet wird, obgleich es, wie ich nachgewtesen, im geschriebenen Gottesworte inbegriffen oder angedeutet ist. K- Du wirst aber doch nicht in Abrede stellen, daß durch unsere Weisen manche Schristverse gegen ihren Wortsinn erklärt wurden? CH. Theile mir die Stellen mit, hinsichtlich welcher deiner Ansicht nach die durch unsere Weisen tradirte Erklärung dem Wortstnne der Schrift widerspricht *). (Fortsetzung folgt.) *) Die angezeigten erläuternden Anmerkungen müssen wir dem folgenden Hefte Vorbehalten.

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