Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 12 (1865-1866)
- Issue
- Heft 6 (März 1866)
- Article
- R. David Nieto's Begründung der Tradition
- Date
- 1866-03-01
- Page
- 178 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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1.78 N. David Nieto's Begründung der Tradition. ohne die gleichzeitig mit dem'schriftlichen Gesetze der Mündlichkeit übergebene Gesetzeserlauterung unmöglich ist. So heißt es z. B. 4. B. M. 29, 1: ״Ein Tag der Theruoh soll es euch sein". Aus der schriftlichen Thora' läßt sich abernicht entscheiden, ob die hier anbefohlene Theruoh mit einer Posaune oder Trompete stattfinden so«? (s. Rosch ha-SchanaM W—^ .. 16, 29 heißt es: ״Im siebenten Monate, am zehnten des Monats sollt ihr * euch kasteiend Aus dem Wortlaute der heil. Schrift läßt.sich aber der Sinn, des Wortes MN nicht mit Sicherheit bestimmen, da man, wie schon im Talmud (Ioma 74 b.) erwähnt wird, ohne die Neberlteserung etwa auch meinen könnte, daß damit eine in äußeren Handlungen bestehende Peinigung des Körpertz veMngt sei. — 3, B. M. 19, 27 heißt es: ״Du sollst die Ecke deines Bartes nicht zerstören." Hieraus kann aber' nicht entnommen werden, welche Stellen durch die Bezeichnung ״Ecke" gemeint sind, was man unter der im schriftlichen Gottesgesetze verbotenen Zerstörung zu verstehen habe und welche Art des Bartabnehmens demgemäß erlaubt " ist? Ueber diese Fragen,; deren Beantwortung .zum Verständniß des Verbotes unerläßlich ist, können wir einzig und allein durch die Makkoth 20, Kidduschin 35 b. Näsir 40 b., 58 b. und auf Grundläge dieser Talmudstellen Joreh Deah 181 dargestellte Ueberlieferung Klarheit erhalten 1*). ’ 3. B. M. 19, 19 heißt es: ״Dein Feld sollst du nicht besäen mit zweierlei Gattungen;", dem Wortlaute dieses Verbotes gemäß könnte man nun glauben, daß auch Jemand, der im heiligen Lande ein Feld von noch so großem Flächenraum besitzt, in demselben nicht zweierlei Gattungen ansäen darf; erst aus den durch die Neberlieferung uns bekannt gewordenen Modalitäten, unter denen das Feld Eines Besitzers. mit verschiedenen Gattungen besäet werden darf, erfahren wir, haß z. B. Gerste und Waizen auch in dem Felde Eines Eigenthümers, selbst wenn sich in demselbell keine natürliche oder künstliche Abgrenzung von vorgeschriebener Höhe unh Breite befindet, gesäet werden dürfen, wenn zwischen der einen und andern Gattung ein Zwischenraum von 10 V5 Quadratellen gelassen wird (s. Mischna Kilajim II. 10, Maimonides Hilchot Kilajim IH. 9). S. B. M. 6 Heißt es r ״Dü sollst sie binden als. Zeichen an