Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 12 (1865-1866)
- Issue
- Heft 5 (Februar 1866)
- Article
- Beiträge zum Verständnis der ersten Blätter des Pentateuch
- Date
- 1866-02-01
- Page
- 142 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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142 Beiträge zum Verständniß der tcn sei, darauf beruht alle Sittlichkeit deS Menschen, und nichts gräbt der sittlichen Bestimmung des Menschen also das Grab, als der Wahn, welcher das Wesen des Menschen zerklüftet, nur dem Geiste göttliche Dignität znerkennt, dem Geiste die Weisung gicbt sich zu allein Höher» zu erheben und denkend und ahnend sich in eine ho- Here Welt aufzuschwingen, dagegen dem Leibe die zügellose Willkür überweist, sich dem Thier gleich, ja viel tiefer als das Thier in allem Schmutz der Sinnlichkeit zu ergehen, ja, der hvhern und höchsten Genialität des Geistes einen um so größern Freibrief für die sittliche Entartung des Leibes ausstellt. Nicht so der von Gott gezeichnete Menschenberuf. Die Gvttlichhaltung, d. h. die sittliche Heiligung des Leibes ist ihm die Grundlage aller sittlichen Veredlung und die Vorbedingung aller geistigen Größe des Mensche», und je höher die zu erringende geistige Größe um so ernster die Anforderungen an die Beherrschung und Weihe des Leibes. Mit der den Leib Gott weihenden Mila beginnt der die reine Menschheit wieder aufbauende Gottesbund mit Israel, und eine ganze Reihe göttlicher Bestimm»»- gen haben den ausgesprochenen Zweck den Leib für die geistige und sittliche Gottähnlichkeit des Menschen rein und fähig zu erzeugen, zu nähren und zu erhalten, auf daß er עלם א׳ bleibe und nicht שקץ ,טמא und תועבה werde — זכר ונקבה ברא אותם. Obgleich alle lebendigen Wesen in doppelten Geschlechtern geschaffen waren, wird dies doch nur beim Menschen besonders hervorgehoben, die Wahrheit zu constatiren, daß beide Geschlechter in gleicher Unmittelbarkeit von Gott und in gleicher Gottebenbtldlichkeit geschaffen seien, eine Parität, die auch noch durch den Uebergang des Singulars in den Plural, אותו in אותם, noch besonders prägnant ausgedrückt ist. Das Eine gottebenbildltche Adam- Wesen steht in zwei Geschlechtern da, die erst beide zusammen den Adam-Begriff vollständig erschöpfen. — זכר, verwandt mit ,מנר ,מכר י■ der geistige Bewahrer der göttlichen und menschlichen Ueberlieferungen, das männliche Geschlecht, bildet den Forttrager, die Ueberlieserungs-Kette des Menschengeschlechtes. נקבה, von נקב bestimmen, das Bestimmte, (wie ננבה ,נזלה von נגב גזל) das Weibliche, erhält erst im Anschluß an daS Männliche und in der Vereinigung mit den Bestrebungen des ManneS die besondere Bestimmung und die besondere Sphäre, innerhalb welcher es seinen Antheil an der Lö-