Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 12 (1865-1866)
- Issue
- Heft 4 (Januar 1866)
- Article
- Deutschland : Frankfurt a. M. [Nachricht]
- Date
- 1866-01-01
- Page
- 134 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
- correspondence
- OCR quality
- 96% known words query
- IRI
…/2932754-2932961-2932966--09881-2949882- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
134 anerkannt hat. So weit es freilich die halachische Praxis berührt, erinnert sich Herr Rabbinowitz kaum eine abweichende Lesart gesunden zu haben, die nicht bereits einem oder mehreren unserer alten und ältesten Commentatoren und Epitomatoren bekannt gewesen wäre, und zeigen in diesem Gebiete nur die Varianten dieses Codex, daß hier die Lesart sich befindet, die z. B. dem .בח״ו, dem בעל העיטור u. s. w. u. s. w. bereits Vorgelegen. Ist ja auch dieses Gebiet von den ältesten Zeiten ununterbrochen und in den verschiedensten Landern von babylonischen, spanischen, französischen und deutschen Autoritäten Ln zahlreichen Schriften und Gutachten bearbeitet worden, so daß die halachischen Varianten sich schon in den Schriften des Einen oder des Andern dieser ältesten Bearbeiter des Talmuds wiederfinden. Herr Rabbiuowitz hat jede abweichende Lesart norirt, auch dann, wenn sich, wie gar oft, die Lesart unserer gedruckten Ausgaben als die unbezweifelt richtigere erweist. Allein es liegt ein reicher Vorrath von Lesarten vor, die dankenswerte Erläuterung und Aufklärung bieten, und auch wo eine solche Lesart bereits durch Coujektur späterer Commentatoren hergestellt ist, so dürfte doch das Vorhandensein derselben in dieser alten Handschrift auch für solche Eonjekturen eine sehr willkommene Stütze und Bestätigung gewähren. Nur ein Mann von dem seltenen Wissen und der seltenen Begabung des Herrn Rabbinowitz war einer solchen Arbeit gewachsen. Diese Arbeit ist nun vollendet. Der Herr Oberrabbiner zu Lemberg und der Herr.Oberrabbincr zu Preßburg haben sich auf's Vortheil- Hasteste über die Bedeutung derselben für die ralmudische Wissenschaft, und zugleich die Hoffnung ausgesprochen, daß der Herr Verfasser zur Herausgabe derselben die bereitwilligste Nntttstützung aller mit Gütern gesegneten Freunde unserer nationalen Literatur finden werde. Möge sich diese Hoffnung realifiren und der Herr Verfasser in den Stand gesetzt werden, seiner Arbeit, wie er beabsichtigt, noch ferner die Muße einiger Jahre widme;; zu können, um dieselbe mit Anmerkungen und Erläuterungen auszustatten, die ihre Ergebnisse für die Wissenschaft des Talmuds irüs Licht setzen werden. Möge aber vor Allem der Wunsch gestattet sein, daß überhaupt Herrn Rabbiuowitz recht bald irgendwo eine entsprechende, Existenz und Muße gewährende Stätte eröffnet werde, wo er den seltenen Schatz seines Wissens im Interesse unserer Wissenschaft mit Ruhe und Hingebung verwerthen können. *' Wien. Die ״N. Fr. Pr." enthält folgende bemerkenswerthe Notiz: ״Der Deputation des ungarisch-israelitischen Vereins (Magyar israelita ägylet) geruhten Se. Majestät Folgendes zu erwidern: ״Die Verbreitung der ungarischen Sprache und Literatur ist eine edle und lobenswerte Ausgabe. Trachten Sie, dieselbe ohne konfef-