Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 12 (1865-1866)
- Issue
- Heft 3 (Dezember 1865)
- Article
- Der Synagogenbau in Hannover
- Date
- 1865-12-01
- Page
- 99 (sequence 5)
- Language
- German
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Der Synagogenbau in Hannover. 99 macht, keineswegs aber die Gesetzwidrigkeit der Herstellung jenes Werkes ausgehoben werden können. Der Landrabbiner hat aber wahrscheinlich auch übersehen, daß er durch diese Bestimmung seine ganze Entscheidung selbst verurtheilt, indem er ja durch dieselbe den am Sabbath und Feiertagen ' an den Synagogen vorgenommenen öffentlichen Arbeiten den Charakter der Gesetzwidrigkeit vollständig zu erkennt! Wir wolleu indessen für den Augenblick von der Gesetzwidrigkeit der Vornahme öffentlicher Arbeiten absehen und uns auf den von dem Landrabbiner eingenommenen Standpunkt zu dieser Frage stellen, nach welchem es nur wünschenswerth sei, wenn am Sabbath und den Feiertagen bei diesem Baue nicht gearbeitet werde, so kann das Gefühl dieses WünschenSwerthen nur aus einem religiosen Gefühle, oder aus den Rücksichten auf die von den Christen in ähnlichen Fällen beobachtete Handlungsweise hervorgehen. Der Sabbath ist der gerade Gegensatz aller werkthätigen Handuingen und Bestrebungen ,und erfüllt die Menschen mit dem Gefühl der Ruhe, der gehobenen Stimmung. Dieses Gefühl würde durch den Anblick der auf Grund und Boden der jüdischen Gemeinde zu einem heiligen Zwecke im Aufträge der jüdischen Gemeinde vorgenommenen Arbeiten verletzt werden. Während der Einzelne alle seine werkthätige Beschäftigung ruhen läßt, wird hier so recht im Angesichte der ganzen jüdischen Gemeinde für dieselbe geräuschroll und öffentlich gearbeitet. Dadurch muß das religiöse Gefühl sich unangenehm berührt finden. Und da möchten wir denn doch fragen, ist dieses Bedenken nicht an und für sich wichtig genug, daß dagegen das unbedeutende Geldopfer seine Berechtigung auf Erwägung gänzlich verlöre? Ist ein religiöses Gefühl bei einem Synagogcnbaue mindestens nicht ebensowohl zu berücksichtigen, wie ein ästhetisches? Bei dem hiesigen Synagogenbaue werden aber zur Befriedigung des Schönheitssinnes, des gebildeten architektonischeu Geschmacks mehr als 70,000 Thaler verwendet und 4000 Thaler sollten zur Befriedigung eines religiösen'Gefühls zu viel sein?? Und die zweite Erwägung verdiente keine Berücksichtigung? Nach der hiesigen Sonntagsordnung dürfen am Sonntage keinerlei öffentliche Arbeiten vorgenommen werden, der Jude muß während des sonntägigen Gottesdienstes gleich dem Christen sein Geschäft