Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 12 (1865-1866)
- Issue
- Heft 3 (Dezember 1865)
- Article
- Die bevorstehende Delegirten-Wahl und die Zukunft des Judenthums in Frankreich
- Date
- 1865-12-01
- Page
- 91 (sequence 3)
- Language
- German
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die Zukunft des Judenthums in Frankreich. 91 sich es doch eigentlich bei solchen Wahlen handelt, ein Wort darein zu reden. Alles erhalten sie fertig aus den Händen der Consistorien, und als wären sie Unmündige, als wären sie nicht die eigentliche ״EdL", sie nicht die jüdischen Männer, auf deren begeisterter Hingebung Gott die Zukunft seines Gesetzes habe ruhen lassen wollen, müssen sie Alles aus den Bureaux der Consistorien hinnehmen, wie es eben aus den Entschließungen dieser Behörden hervorgegangen. Selbst bei der so bedeutsamen Wahl eines Centraloberrabbtners, bei welcher den Departementalgemeinden noch ein letzter Rest autonomer! Delegation geblieben, zählt doch das Centralconsistorium mit neun Stimmen, somit in einer die Gesammtzahl der Delegirtew - des Landes: paralysirenden Mächtigkeit.;; Die JÖcole rabbinique, diese Pflanzschule aller künftigen Rabbinen, eine Anstalt, auf welcher die Hoffnung aller Folgegeschlechter beruht, steht ganz unter Aufsicht und Leitung des Centralconsistoriums. Vergegenwärtigt man sich die Attribute, welche das Ressort dieser Ccntralbehörde ausmachen in ihrem ganzen Einflüsse auf die reltgiöse Gestaltung der jüdischen Gemeindeangelegenheiten Frankreichs, man sollte meinen, es müsse alle mögliche Fürsorge getroffen sein, daß nur solche Männer zu Mitgliedern desselben ernannt würden, die sowohl durch religiöse Bildung die ausreichendste Garantie für die Kenntniß der ihrem Ressort überantworteten religiösen Angelegenheiten, sowie durch ihre religiösen Grundsätze und ihren religiosen Wandel die ausreichendste Garantie für das lebendigste Interesse und die treueste religiöse Gewissenhaftigkeit böten, mit welchen die durch sie zu erledigenden religiösen Angelegenheiten zur Verhandlung kämen. Nichts von allem Dem. Nicht die geringste Fürsorge ist getroffen, daß nicht möglicherweise das Centralconflstorium aus Männern constituirt werde, denen alle jüdisch religiöse Kenntniß, alles jüdisch religiöse Interesse, alle jüdisch religiöse Gewissenhaftigkeit gebricht, deren Lebenswandel den schreiendsten Kontrast zu Allem, was jüdisch-religiöses Leben heißt, bildet, ja, die vielleicht in Wort und Schrift sich gegen die Thaisache der Offenbarung und der Authenticität der Bibel ausgesprochen, die mit dem Judenthum nur noch in Folge ihrer Geburt Zusammenhängen, und die ihre Ernennung zu Mitgliedern der jüdisch religiösen Central-